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KSK : In geheimer Mission verschlissen

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Schon damals hätten sie den Auftrag gehabt, Aufständische auszuspähen und festzunehmen, berichtet er. Später wurden diese Einsätze in der Nato ganz offiziell „Capture or Kill“ genannt. Es ging darum, zusammen mit afghanischen Sicherheitskräften ranghohe Taliban oder Terroristen gefangen zu nehmen oder zu töten, wenn sie Widerstand leisteten. Über Details will der Mann nicht reden, nur so viel sagt er: „Wenn wir geschossen haben, dann nur, um zu verhindern, dass sie auf uns schießen.“ Die Bundesregierung hat bisher zu keinem Einsatz des KSK offiziell Stellung genommen. Die Missionen sind geheim, nur ein sehr kleiner Kreis von Bundestagsabgeordneten wird im Nachhinein informiert.

Als der Mann Ende zwanzig war, spürte er erste Verschleißerscheinungen. Elitesoldaten sind zäh, ausdauernd, höchst belastbar. Doch selbst an ihnen geht nicht spurlos vorüber, dass sie in Einsätzen und auf Übungen ständig Ausrüstung mit einem Gewicht von bis zu siebzig Kilogramm schleppen müssen. Unter der Belastung von Waffen, Munition, Schutzweste, Funkgerät, Rucksack und Nahrungsmitteln begannen Rücken und Knie zu schmerzen. Der Schmerz blieb, und nicht nur ihm gehe das so, sagt der Mann.

Das Durchschnittsalter der Kommandosoldaten liege bei Mitte dreißig, und so gut wie jeder von ihnen habe Probleme mit den Gelenken. Nur gebe das bei den regelmäßigen Gesundheitschecks niemand offen zu. „Wir haben gelernt, Schmerzen auszuhalten.“ Die Bundeswehr sieht sich nicht in der Lage, eigene Aussagen zum Gesundheitszustand von KSK-Angehörigen zu machen. Bei der Datenerhebung werde der Truppenteil eines Soldaten nicht erfasst, teilt ein Sprecher mit.

Nach sechs Jahren schwanden seine Kräfte

Seit Jahren wird im Kommando überlegt, wie die körperliche Belastung der Soldaten zu reduzieren ist. Weil das Gewicht der Ausrüstung, die ein vierköpfiger Kommandotrupp im Einsatz benötigt, von den Soldaten kaum noch zu tragen ist, ohne dass sie schnell ermüden und ihre Kampfkraft leidet, wird in Calw geplant, die Teams des KSK um zwei Mann auf sechs zu erweitern.

Auch andere Streitkräfte haben Konsequenzen aus den Erfahrungen mit dem verdeckten Einsatz von Eliteeinheiten gezogen. Der britische Special Air Service (SAS) und die Sajeret Matkal in Israel schicken künftig Fünf-Mann-Teams in den Einsatz. Spezialkräfte arbeiten in kleinen, autonomen Gruppen, damit sie nicht so leicht entdeckt werden können. Sie sind so ausgerüstet, dass sie mehrere Wochen ohne Nachschub auskommen, und darauf trainiert, trotz wenig Nahrung und wenig Schlaf ihre Aufträge zu erfüllen.

Kommandosoldaten in Deutschland müssen sich auf eine Mindestdienstzeit von sechs Jahren verpflichten. Im Jahr 2009 war diese Zeit für unseren Informanten abgelaufen, sein Körper streikte immer häufiger. Er wollte in das Ausbildungszentrum des KSK wechseln und kürzertreten. Doch das Kommando braucht jeden Mann und lehnte seinen Wunsch ab. Seit Jahren, sagt er, sei das KSK unterbesetzt.

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