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Rücktritt wegen Rechtsextremen : „Bis hierhin und nicht weiter!“

Arnd Focke ist 48 Jahre alt und Mitglied der SPD. Er war Bürgermeister der Gemeinde Estorf im Landkreis Nienburg. Bild: dpa

Arnd Focke war Bürgermeister der Gemeinde Estorf im Landkreis Nienburg. Nach rechtsextremen Drohungen trat er zurück. Ein Gespräch über Hass, Zivilcourage und die AfD.

          4 Min.

          Herr Focke, wie sind Sie zur Zielscheibe von Rechtsextremen geworden?

          Philip Eppelsheim

          Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche.

          Ich war seit 2011 ehrenamtlicher Bürgermeister in Estorf. Konkrete Berührungspunkte mit Rechtsextremismus hatte ich dann erstmals 2012 bei einem Public Viewing. Dort war ein Mann der Ansicht, er müsse die verbotene Strophe des Deutschlandliedes singen. Ich habe ihn dann direkt angezeigt. Es gab damals dann auch das Feedback: Warum machst du das? Der war doch nur betrunken.

          Warum haben Sie es gemacht?

          Mein Vater ist in den letzten Kriegstagen als junger Bengel auf eine Phosphorgranate getreten. Bei uns zu Hause war immer klar: Krieg ist scheiße und Antisemitismus erst recht. Mein Vater ist heute 85 Jahre alt. Er guckt bis heute keine Kriegsfilme. Das hat mich geprägt, ohne dass wir viel geredet haben. Ich habe das also aus Prinzip gemacht. Weil es so nicht geht. Und wenn ich es nicht mache, dann macht es keiner, und beim nächsten Mal singt der Mann die Strophe dann noch lauter.

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