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Interview mit Egon Krenz : Also, dann hoch mit den Schlagbäumen!

  • -Aktualisiert am

Egon Krenz im Juli 2019 in Dierhagen an der Ostsee Bild: Andreas Pein

Der letzte Staatsratsvorsitzende der DDR, Egon Krenz, über die Grenzöffnung, seinen Vorgänger Erich Honecker und das, was er in der Bundesrepublik gut findet.

          12 Min.

          Herr Krenz, Sie wollten weder den Mauerfall, wie er letztlich kam, noch die Wiedervereinigung. Wenn Sie auf die deutsche Geschichte seitdem schauen, wofür können Sie dennoch dankbar sein?

          Das Entscheidende an der deutschen Einheit ist für mich, dass uns die Last genommen wurde, dass in einem Krieg Deutsche gegen Deutsche hätten kämpfen müssen.

          Sie hatten die Maueröffnung damals zwar beschlossen, wurden von den Ereignissen aber am Ende überrumpelt.

          Wir haben nicht die „Maueröffnung“ beschlossen, sondern eine neue Reiseverordnung. Dass durch einen Versprecher Schabowskis daraus eine unkontrollierte Grenzöffnung wurde, war keine Meisterleistung. Wenn es im Zusammenhang mit dem 9. November etwas gibt, worüber sich nicht nur DDR-Bürger, sondern alle Deutschen freuen können, dann, dass alles friedlich blieb und kein Schuss fiel. Dass an diesem Abend Sekt floss und nicht Blut, das ist kein Erbe von Bundeskanzler Kohl, das ist das Erbe der DDR!

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