https://www.faz.net/-gpf-9ed1d

Edmund Stoiber im Gespräch : „Söder wird unverhältnismäßig hart herangenommen“

Markus Söder (rechts), Ministerpräsident von Bayern, und der ehemalige CSU-Vorsitzende und Ministerpräsident Edmund Stoiber (links) kommen zur Vorbesprechung der CSU im Bundestag. Bild: dpa

Seit mehr als zehn Jahren ist Edmund Stoiber CSU-Ehrenvorsitzender. Im Interview spricht er über Seehofers Wortwahl, die Selbstherrlichkeit der Christsozialen und warum die Ereignisse in Chemnitz für ihn einen Wendepunkt darstellen.

          6 Min.

          Herr Stoiber, wie erklären Sie sich, dass es Bayern ziemlich gut geht, die CSU in den Umfragen aber schlecht dasteht?

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Je höher das Level, auf dem Sie sich bewegen, desto höher die Erwartungen. Hinzu kommt, dass Bayern sich verändert hat, die Zusammensetzung der Bevölkerung. Die CSU leidet in gewisser Weise unter ihrem eigenen Erfolg. Denn viele Neubayern, die gekommen sind, weil es hier so schön ist, weil es hier viele hochwertige Arbeitsplätze und eine gute Bildung für die Kinder gibt, haben keine natürliche Bindung zum Land, zur CSU, die muss neu erworben werden. In Hamburger Ohren klingt manches anders als in bayerischen. Wenn ein gestandener Bayer schmunzelnd übertreibt und sagt, die Bayern sind ein besonders intelligentes Volk, dann ist das ja nicht ernst gemeint, aber das verstehen manche so und stören sich vielleicht daran. Ein dritter Faktor sind globale Einflüsse. Die Welt ist unsicherer geworden, viele Menschen sind verunsichert. Was ist der Westen noch? Ist Trump Partner oder Gegner? Was ist mit China, Russland, Syrien?

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+