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Wegen Verbindung zum NS-Regime : Historiker empfehlen Umbenennung von Porschestraße

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Ferdinand Porsche zeigt seinen Enkeln Ferdinand Piech (rechts) und Ferdinand Alexander Porsche ein Modell des Porsche 356. Bild: Volkswagen AG

Zu Ehren des Porsche-Gründers ist in Düsseldorf eine Straße nach Ferdinand Porsche benannt. Weil dieser jedoch maßgeblich vom nationalsozialistischen Regime profitierte, empfiehlt eine Kommission nun die Umbenennung.

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          Eine Historiker-Kommission hat der Stadt Düsseldorf die Umbenennung der nach dem Autokonstrukteur Ferdinand Porsche (1875-1951) benannten Straße im Stadtteil Flingern-Nord empfohlen. Porsche sei von „Hitlers Lieblingskonstrukteur“ zum „Wehrwirtschaftsführer“ aufgestiegen. Das NSDAP-Mitglied sei für seine Verdienste um die Kriegsindustrie zum „SS-Oberführer ehrenhalber“ ernannt worden, berichtete der Beirat am Donnerstag.

          Unter seiner Leitung seien zeitweise 70 Prozent der VW-Stammbelegschaft Zwangsarbeiter, KZ-Insassen und Kriegsgefangene gewesen, die er zum Teil selbst angefordert habe. Über die Umbenennung muss der Stadtrat entscheiden.

          Insgesamt 650 Namensgeber für Straßen wurden überprüft. Als schwer belastet und nicht haltbar wurden etwa auch Theodor Leutwein (1849-1921), Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika, Alfred Graf von Schlieffen (1833-1913), preußischer Generalfeldmarschall, sowie der ehemalige Bundesverkehrsminister und Vize-Kanzler Hans-Christoph Seebohm (1903-1967) eingestuft.

          Auch der Historiker Wolfram Pyta weist in dem Buch „Porsche: Vom Konstruktionsbüro zur Weltmarke“, das er gemeinsam mit Jutta Braun und Nils Havemann 2017 veröffentlichte, auf die Verbindungen des Automobilherstellers zum nationalsozialistischen Regime hin. Dort kommt er zwar zu dem Schluss, der Aufstieg des Konstruktionsbüros sei ohne die politische Unterstützung der Nationalsozialisten nicht möglich gewesen. Gleichwohl weist Pyta darauf hin, Ferdinand Porsche habe sich die nationalsozialistischen Überzeugungen nie zu eigen gemacht.

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