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Wieder „NSU 2.0“-Drohmails : Wer wann was wusste

Peter Beuth (CDU) und Janine Wissler (Die Linke) im Hessischen Landtag (Archivbild) Bild: dpa

Schon wieder Hessen, schon wieder NSU 2.0., schon wieder ein Polizeirechner, von dem private Daten abgerufen wurden: Nicht nur für Innenminister Beuth, der von einem rechtsextremen Netzwerk lange nichts wissen wollte, wird die Drohbriefaffäre zunehmend ungemütlich.

          6 Min.

          Es sind unruhige Tage für Hessens Sicherheitsbehörden. Nach den scharfen Ohrfeigen, die Landesinnenminister Peter Beuth gegen das Landeskriminalamt (LKA) ausgeteilt hatte, wackelt der Stuhl von dessen Präsidentin Sabine Thurau. Deren Behörde soll den Innenminister erst am Mittwoch darüber informiert haben, dass im Februar ein Beamter von einem Polizeirechner persönliche Daten der Fraktionsvorsitzenden der Linkspartei im Landtag, Janine Wissler, abgefragt hatte.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Wissler hatte im Februar zwei Morddrohungen bekommen, die persönliche Daten enthielten und mit „NSU 2.0“ unterzeichnet waren. So sagte es Beuth am Donnerstag. Angesichts der Tragweite der Ermittlungen sei die fehlende Weitergabe dieser wichtigen Informationen völlig inakzeptabel, urteilte der CDU-Politiker. Gegen einen in dieser Sache vernommenen Polizisten gebe es zwar keinen Tatverdacht, er werde als Zeuge geführt. Offensichtlich habe das zuständige LKA aber nicht die dringend notwendige Sensibilität walten lassen, „die ich in so einem wichtigen Verfahren erwarte“, sagte Beuth.

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