https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/drogeriemarktkette-dm-startet-schnelltest-center-projekt-17227225.html

dm plant Schnelltest-Center : „Hoffe auf weitere Angebote aus der Wirtschaft“

  • Aktualisiert am

Der grüne Gesundheitsminister von Baden-Württemberg, Manfred, „Manne“, Lucha, steht am Donnerstag während der Vorstellung von Corona-Schnelltest-Zentren der Drogeriemarktkette dm in Karlsruhe vor einem Testzelt. Bild: dpa

Die Drogeriemarktkette dm plant Corona-Schnelltest-Zentren vor ihren Filialen – zunächst im Südwesten, dann in ganz Deutschland. Man habe die Initiative gerne aufgegriffen, heißt es von der grünen Landesregierung.

          2 Min.

          Auch nach den Beschlüssen von Bund und Ländern schwelt der Streit über Auswege aus dem monatelangen Corona-Lockdown mit mehr Tests und Impfungen weiter. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte am Donnerstag die vereinbarten Lockerungsmöglichkeiten, mahnte aber zur Vorsicht. Für die von kommender Woche an vorgesehenen kostenlosen Schnelltests für alle Bürger gebe es genügend Tests.

          Laut seines Ministeriums liegen nach Herstellerangaben 150 Millionen Schnelltests bereits auf Halde und könnten direkt geliefert werden. Die Länder und Kommunen müssten sie nur abrufen. Teils geschehe das schon, etwa für Pflegeheime. Bei Selbsttests für zu Hause, von denen erste zugelassen sind, habe der Bund mehr als 200 Millionen Stück gesichert.

          Inzwischen haben sowohl Discounter als auch Drogerie- und Supermarktketten angekündigt, bald Schnelltests zur Eigenanwendung zu verkaufen. So will etwa die Drogeriekette dm kostenlose Corona-Schnelltests in eigenen Zentren vor ihren Filialen anbieten.

          „Sukzessiver Aufbau“ von Testzentren

          Man habe dem Bund und dem Land Baden-Württemberg ein entsprechendes Konzept vorgelegt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Geplant sei ein „sukzessiver Aufbau“ von Testzentren im Laufe des Monats März, begonnen werde auf Freiflächen vor mehreren hundert Filialen in Baden-Württemberg. Die Kette dm hat bundesweit 2040 Märkte, davon 340 in Baden-Württemberg.

          Bild: Bundesregierung

          Einen ersten Testlauf gab es demnach am Morgen vor dem Firmensitz in Karlsruhe. Vor Ort machte sich neben dm-Chef Christoph Werner auch Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) ein Bild von dem Projekt. In den Zentren sollen nach Unternehmensangaben sowohl geschulte dm-Mitarbeiter als auch medizinisches Fachpersonal und freiwillige Helfer anwesend sein, um die zertifizierten Corona-Schnelltests anzubieten. Geplant ist, dass sich Bürgerinnen und Bürger einmal pro Woche kostenfrei testen lassen können.

          Erste Corona-Selbsttests ab Samstag

          Auch die Drogeriemarktketten Müller und Rossmann wollen von kommender Woche an Corona-Schnelltests anbieten. Erste Selbsttests sollen allerdings schon am Samstag in den freien Verkauf kommen. Aldi Nord und Aldi Süd kündigten am Mittwoch an, dass Kunden die in Deutschland produzierten Tests dann an der Kasse bekommen können.

          Zunächst sei die Abgabemenge auf eine Packung pro Kunde begrenzt. Eine Packung soll rund 25 Euro kosten und fünf Tests enthalten. Das Ergebnis soll nach dem Nasenabstrich in 15 Minuten vorliegen. Die Erkennungsrate liegt den Angaben zufolge bei 96 Prozent. Auch Discounter-Konkurrent Lidl und die Supermärkte von Rewe und Edeka haben den Verkauf von Selbsttests in den Blick genommen. Apotheken wollen die Produkte ebenfalls anbieten.

          Zur Initiative von dm teilte die baden-württembergische Landesregierung am Donnerstag mit, man habe die Initiative gerne aufgegriffen, „das Land und die Kommunen mit dem Aufbau von Schnelltest-Centern bei der schrittweisen und sicheren Rückkehr in den Alltag zu unterstützen“. Schnelltests seien Teil der Öffnungsstrategie, teilte der Chef der Staatskanzlei, Florian Stegmann, mit. Sozialminister Lucha sagte: „Ich hoffe, dass noch weitere Angebote aus der Wirtschaft dazukommen werden.“

          Die baden-württembergische CDU-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl am 14. März, Kultusministerin Susanne Eisenmann, hatte zuvor abermals Kritik an Luchas Corona-Management geübt. Der Sozialminister sei „schwer dabei, der Entwicklung ein Stück weit hinterherzulaufen“, sagte sie bei „Bild live“ am Mittwochabend. Lucha hätte früher auf Schnell- und Selbsttests setzen müssen.

          Von grüner Regierungsseite hieß es dagegen, man wäre mit den Selbsttests schon viel weiter, wenn Eisenmann am 13. Februar die Bestellung solcher Tests nicht blockiert hätte. Das damalige Argument dagegen sei gewesen, diese Tests seien noch nicht ausgereift.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Versucht den europäischen Markt mit seinen Elektroautos zu überrollen: William Li.

          Nio-Chef im Porträt : Chinas Auto-Philosoph

          William Li will den Deutschen seine Nios verkaufen. An diesem Freitag wird er seine Pläne für die Expansion in Europa vorstellen. Die Herkunft seiner Marke dürfte er dabei allerdings nicht allzu stark betonen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.