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Drogenkonsum : Statt Spaß kommt die Hölle

Päckchen mit Kokain in einem Lagerraum des Hamburger Zolls Bild: dpa

Die Deutschen nehmen immer mehr Kokain. Es wird als Partydroge, als Wachmacher, als leistungssteigernd angesehen. Die Wahrheit aber ist eine andere. Statt Spaß kommt die Hölle.

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          Die Deutschen konsumieren immer mehr Kokain. Diese Tatsache zeigte sich gerade wieder bei der Vorstellung des aktuellen Lagebildes zur Drogenkriminalität durch das Bundeskriminalamt. Die Zahl der Kokaindelikte stieg im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zwölf Prozent. Kokain, so das BKA, sei keine Elitedroge mehr. Zunehmend junge Menschen konsumierten es.

          Der Befund ist wenig überraschend, schließlich gibt es diesen Trend schon lange. Von einer Kokainschwemme ungeahnten Ausmaßes, einer Epidemie sprechen Ermittler. Immer wieder entdeckt die Polizei gewaltige Mengen der Droge. Im August beispielsweise konnten Fahnder 1,5 Tonnen Kokain mit einem geschätzten Verkaufswert von 300 Millionen Euro im Hamburger Hafen sicherstellen. In den großen Städten gibt es Kokain-Taxis, die die Drogen bis an die Haustür zustellen wie eine Pizza. Ein Anruf genügt, Lieferzeit 30 Minuten. Im vergangenen Jahr fand ein Prozess gegen solche Kuriere statt. Sie hatten am Tag bis zu 170 Kunden beliefert: Studenten, Feiernde, Geschäftsleute. Sogar am Abwasser lässt sich feststellen, dass Kokain immer beliebter wird. Eine Analyse der TU Dresden ergab für Berlin, dass sich die Menge an Kokainrückständen, die ausgeschieden wurden, von 2014 bis 2018 verdoppelt hat.

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