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Drogenbeauftragte Mortler : „Nicht zuschauen, wie Jugendliche ihre Zukunftsperspektiven verkiffen“

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Cannabis für Jedermann? Ja – sagt zumindest der Bund Deutscher Kriminalbeamter. Bild: dpa

Cannabis für den Freizeitgebrauch? Das hat der Bund Deutscher Kriminalbeamter vorgeschlagen. Doch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung hat dazu eine ganz klare Meinung.

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          Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU) hat der Forderung nach einer Legalisierung des Cannabis-Konsums eine Absage erteilt. „Ich werde nicht tatenlos dabei zuschauen, wie Jugendliche im wahrsten Sinne des Wortes ihre Zukunftsperspektiven verkiffen“, sagte Mortler der Zeitung „Welt“. Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen berge der Cannabis-Konsum „das Risiko bleibender Gehirnschäden“.

          Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hatte ein Ende des Cannabis-Verbots gefordert. Der BDK-Vorsitzende André Schulz sagte, das Verbot von Cannabis sei „historisch betrachtet willkürlich erfolgt und bis heute weder intelligent noch zielführend“. Durch das derzeitige Rechtssystem würden Menschen stigmatisiert und kriminelle Karrieren erst befördert. Anstelle von Repression forderte Schulz eine Drogenpolitik, die auf Aufklärung setzt.

          Mortler sagte, die Diskussionen über die Legalisierung von Cannabis erschwerten die Prävention. „Wie soll man Jugendlichen vermitteln, dass sie mit dieser Droge ihre Zukunft aufs Spiel setzen können, wenn die Sorge vieler Erwachsener vor allem der Frage gilt, wie man den Zugang zu Cannabis erleichtern kann“, sagte Mortler. Es müsse darum gehen, so viele Menschen wie möglich vom Cannabiskonsum abzuhalten. „Und dafür müssen wir eine klare Haltung haben und Nein sagen.“

          Gegen eine Legalisierung von Cannabis: die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler von der CSU

          Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat sich skeptisch zum Vorschlag einer Legalisierung von Cannabis geäußert. „Ich sehe das persönlich sehr kritisch“, sagte Müller am Montag. Er selbst habe in seinem Bekanntenkreis miterlebt, dass Hasch „eine Einstiegsdroge für härtere Drogen war“.  Der SPD-Politiker räumte jedoch auch ein, dass es gute Argumente für eine Legalisierung gebe, wie die Entkriminalisierung der Konsumenten und eine Entlastung von Polizei und Justiz.

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