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Drogenaffäre bei den Grünen : Özdemir will Beck eine zweite Chance geben

Hat nach Bekanntwerden eines Drogenfundes seine Ämter in der Fraktion niedergelegt, sein Bundestagsmandat aber bislang behalten: der Grünen-Abgeordnete Volker Beck Bild: Picture-Alliance

In der Drogen-Affäre um den Grünen-Abgeordneten Volker Beck hält der Parteivorsitzende Özdemir eine Rehabilitierung Becks für möglich. Bedarf für eine Korrektur der liberalen grünen Drogenpolitik sieht Özdemir im FAZ.NET-Gespräch nicht.

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          In der Drogen-Affäre um den Bundestagsabgeordneten Volker Beck hält der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir eine Rehabilitierung seines Parteifreundes für möglich. Özdemir sagte im Gespräch mit FAZ.NET: „Ich komme zwar aus einer muslimischen Familie, aber ich habe gelernt, dass es ein Teil des christlichen Menschenbildes ist, dass man Menschen nicht nur eine zweite, sondern auch eine dritte und vierte Chance geben muss. Man sollte immer wieder eine Chance erhalten, das sollte das Leitbild für alle Humanisten sein.“

          Oliver Georgi

          Redakteur in der Politik.

          Thomas Holl

          Redakteur in der Politik.

          In der Frage eines möglichen Mandatsverzichts Becks, der zuvor schon seine politischen Ämter in der Fraktion niedergelegt hatte, plädierte Özdemir dafür, die „staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen“ abzuwarten. Der Fall sei aber auch ein Anlass darüber nachzudenken, „warum immer mehr Menschen zu solchen leistungssteigernden Drogen greifen, nicht nur in der Politik“. Das sei ein „Alarmsignal für uns alle“.

          „Jeder hat nicht nur eine zweite, sondern auch eine dritte und vierte Chance verdient“: der Grünen-Parteivorsitzende Cem Özdemir über die Drogenaffäre seines Parteifreundes Volker Beck

          Özdemir sieht durch den Fall Beck keine Notwendigkeit, die liberale Drogenpolitik der Grünen zu korrigieren: „Unsere Haltung ist glasklar: Crystal Meth ist eine harte und gefährliche Droge, die zu Recht verboten ist.“ Diejenigen, die diese Droge nutzten, benötigten Hilfe. „Und wer mit ihr handelt und sie verkauft, muss bestraft werden.“

          Bei weichen Drogen wie Cannabis plädierten die Grünen weiter für eine Gleichbehandlung mit Alkohol, so Özdemir: „Nicht, weil wir der Meinung sind, dass Drogenkonsum etwas Gutes ist, sondern weil wir glauben, dass wir den Missbrauch durch eine Entkriminalisierung in den Griff bekommen. Wir müssen die Szenen voneinander trennen: Wer Cannabisprodukte konsumieren will, muss von Crystal Meth, Heroin und Kokain ferngehalten werden.“

          Özdemir zeigte sich überzeugt davon, dass die Drogenaffäre seiner Partei wenige Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 13. März nicht schaden werde: „Die Menschen können schon sehr gut unterscheiden zwischen dem Verdacht gegen einen Einzelnen und dem, was in Baden-Württemberg in der Sache zur Wahl steht.“

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