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DRK-Präsidentin im Interview : „Die Lage bleibt angespannt“

Für Patienten im Einsatz: Ein Mitarbeiter des Test-Teams steht vor dem Corona-Testmobil des Deutschen Roten Kreuzes in Frankfurt. Bild: dpa

Deutschland müsse für Krisenfälle künftig besser gewappnet sein, fordert Gerda Hasselfeldt. Materiallager müssten jetzt schnell wieder aufgebaut werden – und über eine Dienstpflicht zu diskutieren, sei sinnvoll.

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          Das Deutsche Rote Kreuz hat große Erfahrungen mit Ausnahme- und Katastrophensituationen. Wo stehen wir Ihrer Einschätzung nach in der Corona-Pandemie?

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

          Die Menschen haben mittlerweile die Gefahr, die vom Coronavirus ausgeht, erkannt und verhalten sich sehr verantwortungsvoll. Die Regierung hat in all diesen Wochen schwierige Entscheidungen immer auch nach dem Rat der Wissenschaft getroffen. Und unser Gesundheitswesen ist grundsätzlich gut aufgestellt. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben erheblich dazu beigetragen, dass unser Gesundheitssystem derzeit nicht überfordert ist. Das führt alles dazu, dass wir in Deutschland nicht die Zustände haben wie wir sie in anderen europäischen Ländern sehen.

          Sie sagten vor zwei Jahren, dass die Hilfsorganisationen von der Dimension der Flüchtlingskrise überrascht gewesen seien. War die Vorbereitung auf die Pandemie jetzt besser?

          Es gibt ganz erhebliche Defizite zum Beispiel bei der Schutzausrüstung für Pflegekräfte in den Krankenhäusern und den Pflegeheimen, auch in der ambulanten Pflege und im Rettungsdienst. Das ist inzwischen durch große Anstrengungen und teuren Zukauf in den meisten Einrichtungen ein Stück weit behoben. Allerdings bleibt die Lage angespannt, weil man ja auch nicht weiß, was noch auf uns zukommt. Es ist zwingend notwendig, für Krisenfälle wie Pandemien, Naturkatastrophen und etwaige Cyberangriffe auf unsere Strom- oder Wasserversorgung künftig besser gewappnet zu sein.

          DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt, hier 2013 in München beim CSU-Parteitag

          Was wurde dazu getan?

          Unter Federführung des Deutschen Roten Kreuzes haben die Hilfsorganisationen vor zwei Jahren ein Konzept vorgelegt, an zehn Standorten Lager mit Material für insgesamt 50.000 Menschen aufzubauen und dort Hygieneartikel, Medikamente, Zelte und Feldbetten für Krisensituationen vorzuhalten. Im Bundeshaushalt 2020 sind jetzt fast 24 Millionen Euro für ein erstes Pilotprojekt zur Versorgung von 5000 Menschen aus dem Budget des Bundesinnenministeriums vorgesehen. Der Vertrag zur Umsetzung dieses Vorhabens ist vor einer Woche unterschrieben worden. Wir werden bald mit diesem Projekt im Raum Berlin/Brandenburg beginnen. Es ist aber jetzt dringend notwendig, weitere solche Standorte in ganz Deutschland aufzubauen.

          Wäre es nicht gut gewesen, schon früher mit dem Aufbau anzufangen?

          Das Konzept ist umfangreicher angelegt und nicht nur auf eine Pandemie ausgerichtet. Aber diese Corona-Pandemie macht deutlich, dass wir mit diesem Vorhaben auf dem richtigen Weg sind.

          Durch den massiven Abbau der Kapazitäten des Zivilschutzes nach Ende des Kalten Krieges ist auch viel Kompetenz verloren gegangen. Fehlt die uns jetzt?

          Ich glaube, diese Kompetenz kann schnell wieder aufgebaut werden. Die anerkannten Hilfsorganisationen in Deutschland arbeiten da gut zusammen, auch gemeinsam mit der Bundeswehr. Die Manpower ist vorhanden, und die werden wir in Krisensituationen sehr schnell mobilisieren können. Allein das Deutsche Rote Kreuz kann insgesamt, also nicht nur für den Bevölkerungsschutz, auf etwa 440.000 ehrenamtliche Helfer und 180.000 hauptamtliche Mitarbeiter zurückgreifen.

          Wie arbeitet gerade das Rote Kreuz in der Pandemie?

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