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Bundeswehrausbildung : Drill im Spessart

  • -Aktualisiert am

Die Soldaten auf dem Weg zum Kinzigstausee. Auf befestigten Pfaden gehen sie in Zweierreihe (Bild oben). Unterwegs besprechen sie ihr weiteres Vorgehen (Mitte). Während einer kurzen Trinkpause an einer Kreuzung wird der Weg gesichert (rechts). Bild: Jonas Ratermann

Drei Tage, 50 Kilometer, knapp einen halben Zentner auf dem Rücken. Die Ausbildung zum Einzelkämpfer der Bundeswehr braucht harte Burschen – und ist bei den Soldaten gefürchtet.

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          Sie sind die letzten Reste ihrer Kompanie, Versprengte eines vernichtenden gegnerischen Angriffs. Nun stecken die elf Soldaten mitten im feindlichen Gebiet fest und müssen sich zu den eigenen Truppen durchschlagen. Das ist hart. Sie haben nichts zu essen, nur ihre Ausrüstung in einem 22 Kilogramm schweren Rucksack, Waffe, Munition und sechs Liter Trinkwasser. Mehr als 50 Kilometer werden sie an den kommenden drei Tagen marschieren, in ständiger Angst, vom Gegner entdeckt zu werden. Am Ende werden sie so erschöpft sein, dass sie während des Marschierens in den Halbschlaf fallen.

          Ein Frühlingstag im Spessart, der Boden ist klatschnass vom Regen der Nacht. Das Wasser verdunstet in der Sonne und sammelt sich in lichten Wolken über dem größten zusammenhängenden Laubmischwald Deutschlands. Vor gut einer Stunde hat für die elf Soldaten die vierte Woche des Einzelkämpferlehrgangs begonnen, eine der härtesten Ausbildungen der Bundeswehr. Nach schier endlosen Märschen bei Tag und Nacht, nach einer Woche ohne feste Nahrung und nach vielen Momenten des Zweifelns, ob sie die Strapazen noch länger durchhalten wollen, steht nun die Abschlussprüfung an. Es heißt, drei Tage lang noch einmal alle Kraft zusammennehmen.

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