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Dresden : Wilders wollen weniger Menschen sehen, als erwartet

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Auf einem Videomonitor verfolgen Pegidaanhänger die Rede des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders in Dresden. Bild: dpa

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders ist in Dresden vor rund 10.000 Pegida-Anhängern aufgetreten - deutlich weniger, als das Bündnis angekündigt hatte. In seiner Rede lobte Wilders seine Zuhörer.

          Mit mehreren Veranstaltungen ist am Montag in Dresden gegen einen Auftritt des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders bei einer „Pegida“-Kundgebung protestiert worden. An einem Sternlauf am Nachmittag unter dem Motto „Vielfalt vor Einheit“ und anschließender Abschlusskundgebung in der Innenstadt beteiligten sich mehr als 1.000 Menschen. Aufgerufen hatte das Bündnis „Dresden für Alle“. Außerdem war in der Dresdner Kreuzkirche ein Friedensgebet sowie im Anschluss auf dem Altmarkt eine Kundgebung für religiöse Vielfalt geplant.

          Der Islamkritiker Wilders trat am späten Montagnachmittag vor „Pegida“-Anhängern auf dem Dresdner Messegelände auf. Er lobte in seiner auf deutsch gehaltenen Rede unter anderem die „Pegida“-Anhänger als „Helden“, weil sie mit ihrem Einsatz die abendländische Kultur verteidigten. Außerdem sagte der bekannte Islamkritiker, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Nach einer 25-minütigen Rede verließ Wilders die Bühne in der Flutrinne der Elbestadt und wurde in einer Wagenkolonne zurück zum Flughafen gebracht. Der 51 Jahre alte Holländer hatte mit seiner Partei für die Freiheit bei den letzten Wahlen in den Niederlanden jeweils Schlappen erlitten.

          Bei seinem Auftritt in Dresden versammelten sich Beobachtern zufolge etwa 7.000 Menschen, andere Schätzungen sprachen von maximal 10.000. Das „Pegida“-Bündnis hatte 30.000 Teilnehmer angekündigt. Das Dresdner Bündnis „Nazifrei“ rief zu Blockaden auf. Eine Demonstration in Hör- und Sichtweite der „Pegida“-Kundgebung wurde allerdings von der Stadt untersagt.

          An dem Sternlauf beteiligten sich unter anderem Vertreter der Parteien SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke sowie Studenten der Technischen Universität Dresden und die Dresdner Schülerinitiative „Bildung statt Rassismus“. Das Bündnis „Nazifrei“ hatte im Vorfeld davor gewarnt, dass Dresden das „Zentrum einer neuen Rechten“ werden könnte. Die Vernetzung in ganz Europa sei längst im Gange. Auch „Dresden für alle“ warnte vor einer „vereinten europäischen neurechten Bewegung“.

          Kein „Wallfahrtsort für Rechte“

          Der Auftritt des niederländischen Rechtspopulisten Wilders stieß auf breiten Protest. SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi sagte, damit offenbarten die Pegida-Organisatoren ihre rechtspopulistische Gesinnung. Der Vizepräsident des EU-Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), sagte: „Die Bewegung zeigt damit ihr wahres Gesicht: intolerant, ausländerfeindlich, islamophob.“

          Der Grünen-Bundesvorsitzende Cem Özdemir rief die demokratischen Parteien auf, gegen Pegida zusammenzustehen. Die Einladung Wilders’ mache deutlich, dass diese versuchten, sich in Europa zu vernetzten, sagte er bei einer der Gegenkundgebung in Dresden zu Medienvertretern.

          Auch die drei aussichtsreichsten Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl in Dresden im Juni verurteilten den Auftritt von Wilders. Mit der Einladung hätten die Organisatoren eine Grenze überschritten, sagten Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU), Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) und der amtierende Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP).

          „Ausländerfeinde haben in unserer Stadt keinen Platz“, sagte Hilbert. Er wolle alles tun, damit Dresden nicht zu einem Wallfahrtsort für Rechte werde.

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