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Bautzen : Drei Festnahmen nach Anschlag auf Flüchtlingsunterkunft

  • Aktualisiert am

In der Nacht zum 13. Dezember waren vier Brandsätze auf das Gelände der Asylbewerberunterkunft im ehemaligen „Spreehotel“ in Bautzen geworfen worden. Bild: dpa

Die sächsische Stadt ist schon mehrmals wegen fremdenfeindlicher Übergriffe in die Schlagzeilen geraten. Jetzt wurden drei Männer gefasst, die mit Molotowcocktails eine „allgemeine Beunruhigung der Bevölkerung“ erzeugen wollten.

          Nach einem Brandanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft in Bautzen hat die Polizei drei Verdächtige gefasst. Zwei Männer im Alter von 19 Jahren und ein 23 Jahre alter Mann seien geständig, teilten das für Extremismus zuständige Operative Abwehrzentrum Sachsen (OAZ) und die Staatsanwaltschaft Görlitz am Mittwoch mit. Die Männer wurden bereits am 23. Dezember nach Durchsuchungen festgenommen und sitzen in Untersuchungshaft. Zuvor hatten die Zeitung „Bild“ und der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) über die Festnahmen berichtet.

          In der Nacht zum 13. Dezember waren gegen 23 Uhr vier Brandsätze auf das Gelände der Unterkunft im Bautzener Ortsteil Burk geworfen worden. Zwei Molotowcocktails brannten laut Polizei auf einer wenige Meter vor dem ehemaligen „Spreehotel“ gelegenen Fläche ab, das seit 2014 als Asylbewerberunterkunft genutzt wird. Den Ermittlungsbehörden zufolge entstanden durch die Flammen lediglich Verrußungen, verletzt wurde niemand. Die beiden anderen Brandsätze hatten nicht gezündet.

          Nach Informationen des MDR konnte ein Fährtenhund die Spur der Täter verfolgen. Sie führte bis zu einem Parkplatz an der nahegelegenen Bundesstraße 156. Die Polizei habe bereits direkt nach dem Anschlag nach drei Männern gesucht und um Zeugenhinweise gebeten.

          Die Ermittler gehen davon aus, dass die drei Männer absichtlich eine „allgemeine Beunruhigung der Bevölkerung“ hervorrufen wollten. Weil die Beschuldigten durch ihre Tat eine Brandstiftung angedroht hätten, wird auch wegen „Störung des öffentlichen Friedens“ gegen sie vorgegangen. Außerdem werden sich die Tatverdächtigen wegen der Herstellung der Molotowcocktails verantworten müssen. Nach Erwachsenenstrafrecht droht ihnen eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

          Ermittelt wird gegen die drei Männer der Staatsanwaltschaft zufolge aber auch noch wegen mehrerer Einbruchsdiebstähle: So sollen sie Ende November in einer Kleingartenanlage zahlreiche Elektrogeräte und zwei Autos von einem Firmengelände entwendet haben.

          Die Stadt Bautzen war in diesem Jahr mehrfach in die Schlagzeilen geraten. Im Februar wurde das als Asylunterkunft geplante Hotel „Husarenhof“ in Brand gesteckt. Der Großbrand hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt – auch, weil Passanten unverhohlen Schadenfreude gezeigt hatten. Zwei Schaulustige wurden zu Jugendstrafen verurteilt, weil sie sich den Platzverweisen der Polizei verweigert hatten. Im September gab es gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und jungen Flüchtlingen in der Bautzener Innenstadt.

          In der Nacht zum Freitag: Ein Demonstrant greift in Bautzen einen Kameramann an. Bilderstrecke

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