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„Drei Engel für Lindner“ : FDP wieder Spaßpartei

Im Hamburger Bürgerschaftswahlkampf zieht FDP-Spitzenkandidatin Katja Suding alle Register. Die gelernte PR-Frau ließ sich zusammen mit zwei Parteifreundinnen in glamourösen Hollywood-Posen ablichten.

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          Wenige Tage vor der Hamburger Bürgerschaftswahl erinnert sich die FDP wieder an alte Erfolgsrezepte aus der Ära Westerwelle und Möllemann. Im Bundestagswahlkampf  2002 präsentierte sich der damalige FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle als Politiker mit Showeinlagen. Erst stieg Westerwelle als Logiergast im Big-Brother-Container ab.

          Thomas Holl

          Redakteur in der Politik.

          Und in der Talkshow „Christiansen“ hielt der FDP-Mann großspurig seine Schuhsohlen in die Kamera, auf die in leuchtendem Gelb die Zahl 18 aufgeklebt war. Mindestens 18 Prozent - so die Botschaft - wollte die FDP mit ihrem sogar zum Kanzlerkandidaten gekürten Westerwelle holen. Am Ende bekamen die Liberalen magere 7,4 Prozent und blieben in der Opposition.

          Bescheidenere Ziele verfolgt Hamburgs FDP-Spitzenkandidatin Katja Suding mit einer ähnlich plakativen PR-Aktion. Zusammen mit zwei Parteifreundinnen gibt die studierte PR-Managerin in einer glamourösen Modefotostrecke den „Engel für Lindner“. In Anlehnung an die Hollywood-Heldinnen „Drei Engel für Charlie“ posierte die 39 Jahre alte Liberale unter dem Motto „Drei Engel für Lindner“ im Klatsch-Magazin „Gala“ für FDP-Chef Christian Lindner.

          So sollen die Chancen der FDP bei der Bürgerschaftswahl am 15. Februar erhöht werden, wo die im Bundestag nicht mehr vertretene Partei um ihr Überleben kämpft. Ihr zur Seite standen die Bremer FDP-Spitzenkandidatin Lencke Steiner (29) - in der Hansestadt wird am 10. Mai gewählt - sowie die aus Hessen stammende FDP-Generalsekretärin Nicola Beer (45).

          Wahlkampf als Hingucker

          Lindner selbst zeigte in den Tagen zuvor sein politisches Showtalent, von dem nun seine bundesweit bei drei Prozentpunkten dümpelnde Partei auch in Hamburg profitieren soll. Seine unterhaltsame und rhetorisch gelungene Wutrede im Düsseldorfer Landtag entwickelte sich im Internet-Videokanal „Youtube“ und in den sozialen Netzwerken wie Facebook zum Millionenhit.

          Auf ihr attraktives Äußeres als zusätzliches Wahlargument setzt hingegen Katja Suding: „In der Politik hilft es, wie ein Engel zu wirken“, sagte Suding der Gala. Andererseits sei es insgesamt schwerer für attraktive Menschen, als intelligent wahrgenommen zu werden. „Wenn es aber nur um Attraktivität ginge, würden sich die Parteien Models für den Wahlsieg casten“, sagte die Hamburger FDP-Fraktionsvorsitzende. Die FDP Hamburg liegt in Umfragen derzeit bei vier bis fünf Prozent, fast gleichauf mit der Konkurrenz von der AfD.

          Suding machte zuletzt mehrfach mit Schlagzeilen abseits politischer Aussagen und Forderungen von sich reden. So startete sie mit dem Slogan „Unser Mann für Hamburg“ in den Wahlkampf. Anschließend filmte die „Tagesschau“ ihre Beine beim FDP-Dreikönigstreffen so ausgiebig und lasziv ab, dass sich hinterher „ARD-aktuell“-Chefredakteur Kai Gniffke entschuldigte: „Der Beine-Schwenk gehört auf den Index. Tut mir leid, Frau Suding.“

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