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Künftige Staatsministerin : So will Dorothee Bär Deutschland digitalisieren

  • Aktualisiert am

Angela Merkel und Dorothee Bär im Sommer 2017. Bild: dpa

„Wie im 18. Jahrhundert“: Den Datenschutz hat Dorothee Bär schon mal als Digitalisierungs-Hemmnis ausgemacht. Auch schwere Bücher im Schulranzen sind für die CSU-Politikerin von gestern.

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          Die designierte Staatsministerin für Digitales im Kanzleramt, Dorothee Bär (CSU), mahnt bei der Digitalisierung Deutschlands mehr Tempo an. Insbesondere den Unternehmen wolle sie helfen, „Champions League zu spielen, Weltmeister zu sein“, und dabei wolle sie „ein Taktgeber“ sein, sagte die CSU-Politikerin am Montagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Ihr gehe das „viel, viel zu langsam“.

          Bär sieht auch in einzelnen Fachministerien Defizite bei der digitalen Entwicklung. Sie habe in den vergangenen Jahren festgestellt, „dass wir auch in unseren Ministerien unterschiedliche Geschwindigkeiten haben“, sagte sie. „Da gibt es welche, die viel viel weiter sind; andere leider noch nicht.“ Jedes Ministerium in Deutschland müsse „ein Digitalministerium sein“, forderte die künftige Staatsministerin.

          Der Staat müsse „Vorreiter sein“, sagte Bär der „Bild“-Zeitung. Behörden müssten endlich so vernetzt werden, dass Bürger nicht Stunden auf Ämtern vergeudeten, nur um sich zum Beispiel umzumelden. Start-up-Unternehmen dürften nicht an bürokratischen Hürden verzweifeln.

          Kritik am Datenschutz

          Auch im Gesundheitsbereich lägen viele Chancen, sagte Bär. Allerdings sei der Datenschutz in Deutschland „wie im 18. Jahrhundert“, kritisierte sie.

          Jetzt entscheide sich die Zukunft das Landes, sagte Bär in der „Aktuellen Stunde“ des WDR. „Wir sind im Moment eine sehr erfolgreiche Industrienation. Das heißt aber nicht, dass wir auch eine erfolgreiche Digitalnation bleiben.“ Digitalisierung müsse für alle Politiker, Bürger und Unternehmen „Das Topthema Nummer Eins“ sein.

          Bär forderte zudem eine stärkere Digitalisierung der Schulen. „Es ist ein Irrglaube, dass alle Kinder, die sich für Computer interessieren, dick und faul werden. Quatsch! Man kann auf Bäume klettern und trotzdem eine Programmiersprache können!“, sagte Bär der „Bild“. Deshalb gehöre Programmieren in die Lehrpläne der Grundschule, forderte sie. Es sei „so wichtig wie Lesen und Schreiben“. Genauso müsse es Digitalgymnasien geben, „so wie es Sport- und Musikgymnasien gibt“.

          Auch Tablets dürften kein Privileg nur von Kindern in Privatschulen sein, sondern müssten zur Norm werden. „Mich schmerzt, wenn meine Tochter einen kiloschweren Ranzen voller Bücher in die Schule schleppt.“

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