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Norbert Feldhoff : Ein Domherr setzt Zeichen

Bild: dpa

Der Kölner Dom bleibt dunkel. Domprobst Norbert Feldhoff, der zum Spitzenpersonal der katholischen Kirche in Deutschland gehört, hat diese Entscheidung eigenmächtig getroffen.

          Als Norbert Feldhoff Ende Dezember erfuhr, dass die sich selbst so nennenden „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands“ (Pegida) nun auch vor dem Kölner Dom demonstrieren wollen, traf er umgehend eine Entscheidung: Die Hohe Domkirche St. Petrus wird Pegida keine Kulisse bieten – ihre Außenbeleuchtung bleibt während der Versammlung abgeschaltet.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Als Dompropst ist Feldhoff Chef des Kölner Domkapitels. Der ehrwürdigen Runde ist der Dom im umfassenden Sinne anvertraut. Sie kümmert sich um seine Liturgie, seine Schätze, seine Bauten und übt das Hausrecht aus. In der Verdunkelungsfrage entschied Feldhoff allerdings allein, weil das Gremium nur einmal im Monat tagt. Doch hat ihm das Domkapitel nachträglich seine volle Unterstützung versichert – ebenso wie der neue Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki, der zudem in seiner Silvesterpredigt deutliche Wort zu Pegida fand.

          Seit vielen Jahren Kirchenmanager

          Feldhoff gehört zum katholischen Spitzenpersonal in Deutschland. Seit vielen Jahren wirkt er als Kirchenmanager. Dabei wollte der 1939 in Düsseldorf geborene Feldhoff nach seinem Theologiestudium in Bonn, Freiburg und Köln eigentlich „nur“ Seelsorger werden. Der damalige Kölner Kardinal Höffner machte Feldhoff dann aber zu seinem Sekretär und schließlich 1975 zum Generalvikar der mit Abstand finanzstärksten deutschen Diözese. Feldhoff erwarb sich schnell einen exzellenten Ruf als Fachmann für Kirchensteuer, Verwaltungsorganisation und Arbeitsrecht. Auch Höffners Nachfolger, Kardinal Meisner, wollte und konnte nicht auf seine guten Dienste verzichten.

          Unterwürfige Ängstlichkeit konnte man Feldhoff, der 2004 auf eigenen Wunsch von seinem Amt als Generalvikar entpflichtet wurde, nie vorwerfen. Als stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Caritas-Verbands machte er deutlich, dass er den Ausstieg aus der staatlichen Schwangerenberatung für falsch hielt, und gegen den Willen Kardinal Meisners entschied sich das Domkapitel unter Feldhoffs Führung, im Südquerhaus des Doms das abstrakte Glasfenster von Gerhard Richter einbauen zu lassen.

          Kirche will Mitläufer erreichen

          Mit der Verdunkelung des Kölner Doms am Montag wollten Feldhoff und das Domkapitel ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Rassismus setzen. Nur durch solche Aktionen könne man jene, die bei Pegida brav mitlaufen, erreichen. Der dunkle Dom soll den Gutmeinenden die Augen öffnen, hofft der Dompropst, der am 1. März – wenige Tage nach seinem goldenen Priesterjubiläum – aus dem Amt scheidet.

          Vielleicht bringt aber auch der „dicke Pitter“ den einen oder anderen Pegida-Mitläufer am Montagabend zum Nachdenken darüber, dass zumindest im christlichen Abendland ziemlich viel Morgenland steckt. Denn das Geläut der größten Glocke des Doms läutet am Abend des 5. Januar traditionell das Hochfest Epiphanias ein und begrüßt die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland, die in den Stall zu Bethlehem gekommen waren, um dem Flüchtlingskind und Erlöser Jesus zu huldigen.

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