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„Die Zerstörung der CDU“ : Dobrindt kritisiert Umgang der CDU mit Youtuber

  • Aktualisiert am

Alexander Dobrindt (CSU) während einer Rede im Bundestag Mitte Mai. Bild: EPA

„Wenn man eine Woche vor dem Wahltermin auf Youtube zu einem Battle herausgefordert wird, muss man reagieren“, sagt der CSU-Landesgruppenchef in einem Interview. Zudem sei es ein Fehler gewesen, schriftlich zu antworten.

          Der Umgang mit dem kritischen Youtuber Rezo sorgt jetzt auch zwischen den Unionsparteien für Zwist. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt warf der CDU-Führung im Hamburger Nachrichtenmagazin „Spiegel“ vor, zu zögerlich auf Rezos Video geantwortet zu haben. „Wenn man eine Woche vor dem Wahltermin auf YouTube zu einem Battle herausgefordert wird, muss man reagieren“, sagte Dobrindt. „Wer zaudert, wird Debatten nicht gewinnen können.“

          Es sei auch ein Fehler gewesen, auf Rezo nicht mit einem eigenen Video zu antworten, sondern schriftlich. „Man kann Schlachten nur gewinnen, wenn man auf demselben Spielfeld steht wie der Angreifer.“ Die CDU hatte zwar ein Antwort-Video auf Rezos Kritik gedreht, dann aber nicht veröffentlicht und stattdessen mehrere Seiten lange schriftliche Ausführungen präsentiert.

          Dobrindt kritisierte auch Rezo, dessen Video „Die Zerstörung der CDU“ binnen weniger Tage vor der Europawahl millionenfach angeklickt worden war. Der Youtuber verdichte „in einer schnellen Abfolge komplexe Inhalte zu sehr einfachen Botschaften“. Die Zuschauer könnten nicht über die Aussagen nachdenken, befand Dobrindt. „Hängen bleibt, dass die Volksparteien versagen oder falsch handeln.“

          Rezo hatte in seinem Video dazu aufgerufen, bei der Europawahl insbesondere wegen der Klimapolitik weder die Union, noch die SPD oder die AfD zu wählen. Nach der Wahl sorgte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer mit der Anregung für Irritationen, es sollten Regeln für politische Äußerungen in Wahlkampfzeiten aufgestellt werden. Sie sprach in diesem Zusammenhang auch von „Meinungsmache“.

          Rücktrittsforderungen an die CDU-Chefin lehnt er ab

          Dobrindt lehnte Rücktrittsforderungen an die CDU-Chefin deswegen aber ab. „Die Union hat sich für eine Personalaufstellung entschieden, zu der ich nur raten kann, eindeutig zu stehen“, sagte der CSU-Landesgruppenchef. „Wo man hinkommt, wenn man ständig Spitzenpersonal infrage stellt, sieht man bei der SPD.“

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