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Fall Giffey : Wie schlimm ist ein Plagiat?

Hat wieder gut lachen: Dr. Franziska Giffey Bild: AFP

Die Entscheidung zu Giffeys Dissertation ist ein Paradigmenwechsel. Nun gilt es nicht mehr, die Fälschung als solche zu bestrafen, sondern Anzahl und Qualität der Plagiate zu gewichten.

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          Als die Vorwürfe gegen den damaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und die frühere Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) auftauchten, ihre Doktorarbeiten enthielten Plagiate, schien der Umgang damit noch eindeutig zu sein. Doch einige Affären um Plagiate in Politikerdissertationen weiter ist es mit dieser Klarheit vorbei, wie sich bei Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) zeigt, die ihren Doktorgrad behalten darf.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Bei Guttenberg waren die plagiierten Passagen so offenkundig und so überbordend, dass der Vorwurf der vorsätzlichen Täuschung klar bejaht werden musste. Insofern hatte es seine Hochschule, die Universität Bayreuth, bei der Überprüfung seiner Arbeit relativ leicht. Bei Schavan war die Angelegenheit nicht ganz so offensichtlich. Ihre Fehler und Plagiate sieht der Berliner Rechtswissenschaftler der Humboldt-Universität Gerhard Dannemann, der an der Internetplattform VroniPlag Wiki mitarbeitet, in einer ähnlichen Größenordnung wie die Plagiate Giffeys. Doch Schavan war Wissenschaftsministerin und wurde schon deshalb strenger beurteilt. Und ihre Dissertation wurde in einer Zeit überprüft, in der Universitäten sich nicht von anonymen Plagiatsjägern vorwerfen lassen wollten, sie gingen zu lasch mit Plagiaten um. Für die Wissenschaft selbst ist es hochproblematisch, wenn sich Plagiate fortsetzen und nachkommende Generationen so arbeiten wie Schavan und Giffey und aus der Sekundärliteratur möglicherweise falsche Fußnoten und Zitate übernehmen.

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