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Diskussion mit Studenten : Gauck warnt vor Alarmismus in Europa

  • Aktualisiert am

Diskutiert mit Studenten: Bundespräsident Joachim Gauck in Schloss Bellevue Bild: dpa

Bundespräsident Gauck hat alarmistische Stimmen in der Europapolitik zurückgewiesen. Bei einer Diskussion mit 60 Studenten in Schloss Bellevue sagte er, Europa stecke nicht in einer Existenzkrise.

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          Bundespräsident Joachim Gauck hat alarmistische Stimmen in der Europapolitik zurückgewiesen und zugleich weitere Strukturreformen als notwendig bezeichnet. „Europa ist nicht in einer Existenzkrise“, sagte Gauck am Freitag im Schloss Bellevue bei einer Diskussion mit etwa 60 Studenten. Der Bundespräsident warb für pragmatische Lösungen der anstehenden Probleme. Notwendig sei „intelligentes Wachstum, kein räuberisches“.

          „Zwang zur Veränderung“

          In der zweistündigen Diskussion, deren Thema Gaucks Europarede vom Februar war, würdigte der Bundespräsident die mit der Agenda 2010 verbundenen Reformen in Deutschland. Durch den globalen Wettbewerb seien Deutschland und Europa mit dem „Zwang zur Veränderung“ konfrontiert. Auf die jüngsten Äußerungen von EU-Energiekommissar Günther Oettinger ging Gauck nicht direkt ein. Oettinger hatte sich besorgt darüber gezeigt,, „dass derzeit zu viele in Europa noch immer glauben, alles werde gut“.

          Zu teils kritischen Diskussionsbeiträgen der Studenten, in denen vor einer „Zerstörung des sozialen Gefüges“ in den Krisenländern gewarnt wurde, sagte Gauck: „Ich will keine strukturkonservative linke Debatte“. Die Bewahrung sozialpolitischer Traditionen, wie sie etwa Gewerkschaften in Italien und Frankreich forderten, reiche nicht aus.

          Die Studentinnen und Studenten von unterschiedlichen europawissenschaftlichen Fakultäten hatten sich mit der Rede des Bundespräsidenten in Seminaren und Thementagen auseinandergesetzt. Die Diskussion war eine weitere Veranstaltung des von Gauck mit der Europarede initiierten Bellevue-Forums.

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