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Psychologischer Test fällt weg : Welche Fähigkeiten braucht ein Diplomat?

Wo soll es als nächstes hingehen? Botschafter bleiben nie lange an einem Ort. Bild: imago/photothek

Das Auswahlverfahren für die Diplomaten-Laufbahn wurde reformiert, nicht jeder ist begeistert. Doch aus Sicht des Auswärtigen Amtes ist das sinnvoll: Die Ansprüche an künftige Diplomaten haben sich geändert – und deren Vorstellungen ebenso.

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          Einstellungsvoraussetzungen für deutsche Diplomaten enthalten allerlei besondere Kriterien. Einige davon heben die Karrierebroschüren des Auswärtigen Amtes in Fettdruck hervor, etwa „uneingeschränkte, weltweite Versetzungsbereitschaft“ sowie eine „widerstandsfähige Gesundheit“ für einen künftigen weltweiten Einsatz. Andere fallen eher in die Kategorie der „weichen“ Fähigkeiten wie „Freude an öffentlichem Auftreten“ oder „fortgesetzte Neugier auf fremde Länder und Kulturen“. Wer diese und viele weitere Kriterien erfüllt und deutscher Staatsbürger ist, der hat gegenwärtig besonders gute Chancen auf einen Platz in der Attaché-Crew des Auswärtigen Dienstes.

          Johannes Leithäuser
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Für das Auswahlverfahren haben sich in jüngeren Jahren konstant zwischen 1450 und 1700 Bewerber gemeldet. Gleichzeitig haben sich die jährlich zu besetzenden Ausbildungsplätze für die Diplomaten-Laufbahn von 50 auf 90 erhöht, und der Stellenbestand wächst auch insgesamt. Außerdem streben gegenwärtig geburtenstarke Jahrgänge in den Ruhestand. Dennoch wurde in den vergangenen beiden Jahren die Quote an freien Ausbildungsplätzen nicht vollständig ausgeschöpft; einige der 90 Plätze blieben frei – weil das Bewerberfeld nicht genügend qualifizierte Kandidaten enthielt.

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