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Digitale Verwaltung : Der Kirchenaustritt muss weiterhin persönlich erklärt werden

Graffito an einer Hauswand in Bonn Bild: picture alliance / ZB

Die Wartezeiten für einen Termin, um einen Kirchenaustritt persönlich zu erklären, sind lang. Der Bund wollte eigentlich, dass die Verwaltungsleistung auch digital angeboten wird. Aber man hat die Rechnung ohne die Länder gemacht.

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          Wer in den beiden vergangenen Jahren aus der katholischen oder evangelischen Kirche austreten wollte, musste in der Regel reichlich Geduld mitbringen. Coronabedingt boten die je nach Land zuständigen Standesämter, Amtsgerichte und kommunalen Meldebehörden weniger bis gar keine Termine an.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          In der Statistik hat diese Hürde deutliche Spuren hinterlassen. In der katholischen Kirche etwa ging die Zahl der Kirchenaustritte von fast 273.000 im Jahr 2019 auf etwa 221.000 im Folgejahr zurück. Der Anstieg im Jahr 2021 auf den historischen Höchststand von fast 360.000 ist nicht nur, aber auch mit einem Nachholeffekt zu erklären. In Nordrhein-Westfalen etwa betragen die Wartezeiten noch immer Wochen, wenn nicht Monate.

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