https://www.faz.net/-gpf-9haai
Jasper von Altenbockum (kum.)

Diesel-Kommentar : Ideologische Treibjagd

Autos auf der A648 bei Frankfurt Bild: dpa

Die Diesel-Farce sollte nicht mehr allzu weit getrieben werden. Denn sie kostet schon jetzt alle Beteiligten eine Menge Vertrauen – alle außer die Grünen.

          1 Min.

          Es gibt nur wenige Schrauben, an denen gedreht werden kann, um Diesel-Fahrverbote in vielen Städten Deutschlands doch noch zu verhindern. Am Montag ist im Kanzleramt noch einmal kräftig an der Schraube „Luftreinhaltepläne“ gedreht worden. Damit Anspruch und Wirklichkeit dieser Pläne in Sachen Stickoxid zueinanderfinden, wurde den Kommunen noch einmal eine halbe Milliarde Euro zugesagt.

          Verkehrsminister Scheuer hatte unnötig Schärfe in die Diskussion gebracht, indem er die Städte für die abermalige Bemühung des Steuerzahlers verantwortlich machte – es sind allerdings die Länder, die für die Pläne zuständig sind, und es waren die Städte, die schon vor Jahr und Tag darauf aufmerksam gemacht hatten, dass etwas geschehen müsse, um sie zu weitergehenden Anstrengungen in die Lage zu versetzen. Fahrverbote hatten damals den Horizont der Bundespolitiker offenbar noch nicht erreicht.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : Wir feiern 3 Jahre F+

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Wer traut sich schon, vor Autos herzuradeln? Das ist in dieser Straße in Frankfurt aber so gedacht, Fahrräder und Autos teilen sich die Spur und Autos dürfen Räder nicht überholen. Was Verkehrsteilnehmer hier für einen Radweg halten, ist die „Dooring Zone“ des Parkstreifens.

          Psychologie der Straße : Warum die Verkehrswende scheitert

          Warum tun wir uns so schwer, den Autoverkehr in seine Schranken zu weisen? An fehlenden Befunden der Verkehrswissenschaft liegt es jedenfalls nicht. Die Antworten liefern Psychologen.
          Grund zur Freude: Franziska Giffey, Olaf Scholz und Manuela Schwesig am Morgen nach dem Wahlsonntag im Willy-Brandt-Haus in Berlin

          Regierungsbildung : Deutschland rückt nach links

          In Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin ist die Linke der bevorzugte Koalitionspartner, im Bundestag sitzen jetzt lauter Jusos. Auch die Grünen-Fraktion ist jünger und linker geworden. Was folgt daraus?