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Ärztemangel : Mein Hausarzt, der alte Genosse

Trügerische Idylle: Im Odenwald gibt es zu wenig Landärzte, wie vielerorts in der Republik. Um junge Kollegen aufs Land zu locken, haben sich zwei Mediziner zu einer Genossenschaft zusammengetan. Bild: Wolfgang Eilmes

Ein neues Modell könnte ein Mittel gegen den Landarztmangel sein, doch die Behörden in der Provinz stellen sich oft quer. Während der Streit in der Eifel eskaliert, hat man im Odenwald einen Kompromiss gefunden.

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          Einige Läden haben sich noch gehalten, das Strumpfgeschäft ein paar Häuser weiter zum Beispiel, drei Paar für fünf Euro, und der Sportartikelhändler gleich nebenan. Auf der anderen Straßenseite steht ein Ladengeschäft leer, zu vermieten, dazu eine Telefonnummer, in einem anderen Haus nicht einmal das, da haben sie gleich die Fenster mit Packpapier abgeklebt. Dazwischen hat Michael Jager seine Praxis, 65 Jahre alt, Facharzt für Allgemeinmedizin, seit einem Vierteljahrhundert niedergelassener Hausarzt in Bitburg in der Eifel.

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.

          Die Stadt hat 15.000 Einwohner, eine Brauerei ist der größte Arbeitgeber, im Umland tiefste Provinz. Der Hausarzt kennt seine Patienten, ihre Berufe, auch die Familien. Er sagt: „Wenn hier einer reinkommt, dem sehe ich an der Nasenspitze an, was los ist.“ In den vergangenen Jahren haben mehrere Kollegen ihre Praxen geschlossen, kaum einer findet einen Nachfolger, die Jungen wollen lieber in die großen Städte.

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