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Die Stadt ist lahmgelegt : Wasserwerfer und Mannschaftswagen rund um Tagungshotel

Offenbar ein Polizist verletzt

Bei der Attacke auf einen AfD-Delegierten wurde offenbar ein Polizist verletzt. Ein Vermummter soll mit einer Holzlatte versucht haben, auf den Parteifunktionär einzuschlagen, ein Polizeibeamter verhinderte das und ist nach Angaben der Kölner Polizei gegenüber dem „Kölner Stadtanzeiger“ am Samstag dienstunfähig. Am Rheinufertunnel auf der Innenstadt-Seite von Köln und im Stadtteil Deutz kam es am frühen Morgen zu Auseinandersetzungen von Demonstranten mit der Polizei. Sperren wurden durchbrochen, einige dutzend Demonstranten festgesetzt.

Teilweise ist die Stimmung gereizt. Am Heumarkt wirken die Demonstranten enttäuscht darüber, dass sie so weit vom Hotel entfernt demonstrieren. Mehrere Straßensperren, viele Mannschaftswagen, hunderte Polizeibeamte und eine stillgelegte Tramhaltestelle liegen zwischen ihnen und den anreisenden AfD-Delegierten. „Das ist doch langweilig ohne Nazis“, sagt einer der Organisatoren über die Lautsprecher.

Kein verzögerter Start des Parteitags

Die Antifa und andere Bündnisse in Köln distanzierten sich von den gewalttätigen Protesten. Allerdings forderte „Köln gegen Rechts“ in verschiedenen Schreiben zu „massenhaften kreativen Blockaden gegen den Parteitag“ auf. Erklärtes Ziel war es, den Parteitag zu verhindern und „kein Durchkommen“ für Parteifunktionäre zu ermöglichen. Beim AfD-Parteitag in Stuttgart vor einem Jahr kam es zu einer deutlichen Verzögerung zum Start, das ist in diesem Jahr nicht der Fall gewesen. Der Parteitag konnte regulär beginnen. Nur das Akkreditierungsverfahren für Delegierte und Medienvertreter sorgte für Verzögerungen.

AfD-Parteitag : Kölner Polizei bereitet sich auf Großeinsatz vor

Der Kölner Dom, ein paar Gehminuten vom Heumarkt entfernt, soll am Wochenende geöffnet bleiben. Sollte die Situation um den AfD-Parteitag eskalieren, seien Maßnahmen wie Einlasskontrollen denkbar, hatte der der katholische Stadtdechant Robert Kleine gesagt. Auf die Frage, was passiere, wenn sich prominente AfD-Politiker den Dom anschauen wollten, antwortete Kleine, man könne und werde natürlich keine Hausverbote für den Kölner Dom erteilen. „Spezielle Einladungen“ soll es explizit nicht geben. Oft gingen die Menschen durch die besondere Atmosphäre in dem Gotteshaus anders heraus, als sie hineingekommen seien. Vielleicht treffe das auf Besucher aus den Reihen der AfD zu, sagte Kleine. „Umkehrbereite sind immer willkommen.“

Die AfD verteilte in der Kölner Innenstadt am Freitag Flyer, auf denen der NRW-Vorsitzende Marcus Pretzell mit den Worten zitiert wird: „Linksautonomer Gewalttourismus schädigt den Kölner Fremdenverkehr.“ Sie versucht, die Sorge vor gewaltsamen Protesten für sich zu nutzen. Die Kölner Polizei steht unter besonderer Beobachtung und großem Druck. Sie war nach der Eskalation bei den Protesten von Hooligans 2014 und der Kölner Silvesternacht 2015 stark kritisiert worden.

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