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Die SPD und die Türken : Unter der türkischen Fahne

Türkischstämmige Demonstranten Ende Juli in Köln Bild: dpa

Keine Loyalitätskonflikte? Es steht zu befürchten, dass Aydan Özoguz, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, in vielen Fällen recht hat.

          Es kommt nicht häufig vor, dass eine im Kanzleramt angesiedelte Staatsministerin die Bundeskanzlerin öffentlich tadelt. Doch mit ihrer Äußerung, es sei falsch, den Bürgern türkischer Abstammung in Deutschland „pauschal Loyalitätskonflikte zu unterstellen“, tat Özoguz nichts anderes als das.

          Merkel hätte sich kaum zu dem für sie in Inhalt und Deutlichkeit untypischen Loyalitätsappell hinreißen lassen, wenn es nicht reichlich Hinweise gäbe, dass sich viele Türken stärker mit ihrer alten als mit ihrer (oft gar nicht mehr so) neuen Heimat verbunden fühlen. Keine andere ausländische Fahne wird in Deutschland so oft und stolz geschwenkt wie die türkische – auch von Türken, die einen deutschen (Zweit-)Pass haben.

          Dieses große Wählerpotential entdeckte die SPD schon vor langer Zeit. Sie pflegt es sorgfältig. Teilen muss sie sich diese Wählerschaft freilich mit Erdogan, der prozentual gesehen hierzulande noch mehr Anhänger hat als in der Türkei. Das Ausmaß der Erdogan-Verehrung in Deutschland lässt befürchten, dass Özoguz sogar recht hat – und es in vielen Fällen gar keine Loyalitätskonflikte gibt.

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