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Koalitionsdebatte in der SPD : Kein Nein, aber auch kein richtiges Ja

  • -Aktualisiert am

Kanzlerkandidat Scholz am Donnerstag beim Besuch einer Weizenfirma in Hamm. Bild: AFP

Bei der SPD dürfte die Freude über ihren Kanzler-Coup schon wieder weitgehend verflogen sein. Denn darauf folgte eine veritable Koalitionsdebatte.

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          Bei der SPD dürfte die Freude darüber, dass sie Erster war beim Ausrufen eines Kanzlerkandidaten, schon wieder weitgehend verflogen sein. Nicht nur haben die Anhänger der „No Olaf“-Fraktion in der Partei jetzt viel Zeit, um den eigenen Kandidaten schlechtzureden. Die SPD hat auch gleich eine veritable Koalitionsdebatte angezettelt. Weil in der SPD nun wirklich niemand mehr die Fortsetzung der Koalition mit CDU und CSU wollen dürfte, bleibt wohl nur ein Bündnis mit Grünen und Linken.

          Ausgerechnet Olaf Scholz könnte einem solchen Bündnis den Schrecken nehmen, weil er als Protagonist einer Rote-Socken-Kampagne nicht taugt. Die Linke will, die SPD-Parteivorsitzenden sowieso. Scholz selbst versucht, sich aus der Affäre zu ziehen. Er sagt zu nichts nein, aber auch zu nichts richtig ja. Dabei wird das Wahlergebnis von der SPD erheblich davon abhängen, ob die Wähler die realistische Chance sehen, dass die SPD eine Mehrheit um sich versammeln kann.

          Aber ausgerechnet die Grünen sträuben sich. Aus gutem Grund: Sie fliegen nur hoch, solange sie kein realpolitischer Ballast nach unten zieht. Robert Habeck ist im Luftig-Leichten ein Meister. Auf die Scholz-Kandidatur hätte er am liebsten wohl gar nicht reagiert und weiter mit einem wohlwollenden Lächeln auf die Union geschaut, die noch weniger als die Grünen weiß, wer was wird. Irgendwann aber werden die Grünen diese Luxusposition verlassen müssen.

          Mona Jaeger
          Stellvertretende verantwortliche Redakteurin für Nachrichten und Politik Online.

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