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Deutsche Marine : Die Rettung kommt von den Niederländern

Das kannten viele nur aus Hollywoodilmen: Deutsche Marinesoldaten beim Übungssturm auf Texel, wo sie von niederländischen „Mariniers“ angelernt werden. Bild: Peter Carstens

Die Deutsche Marine hat ihre amphibischen Fähigkeiten über viele Jahre vernachlässigt – und will sie nun Schritt für Schritt von den Niederländern neu erlernen. Die Kooperation wird wohl kein Einzelfall bleiben.

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          Der Strand vor ihnen könnte irgendwo auf der Welt liegen: Litauen, Libyen, Liberia. Schaukelnd bahnt sich das gepanzerte Landungsboot den Weg durch die Gischt. Grau der Himmel, grau die See, leichter Nebel. Noch 200 Meter bis zum Ufer. Ein Anker wird achtern ausgeworfen, ein Stahlseil surrt von der Rolle, während das Boot weiter in Richtung Strand stampft. Die Soldaten umfassen ihre Sturmgewehre, ein letzter Blick zum Nachbarn. Einigen der jungen Seesoldaten ist schlecht. „Amphibisches Wetter“, sagt einer der niederländischen Marinesoldaten, die das Manöver begleiten. Geübt wird nicht an fernen Stränden, sondern bei den Nachbarn vor deren Nordseeinsel Texel. Die dreißig Männer und eine Frau gehören zum deutschen Seebataillon, das in Eckernförde zu Hause ist.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          In Sichtweite liegt das Mutterschiff der Landungsboote, die „Johan de Witt“ von der königlich-niederländischen Marine. Sie birgt in ihrem stählernen Leib nicht nur Bagger, Panzer und Lkw, sondern auch ein flutbares Hafenbecken, aus dessen Schoß die fast fünfzig Stundenkilometer schnellen Landungsboote in See stechen. Zwei Großschiffe dieses Typs haben die Niederländer in ihrer Marine, jedes kann bis zu 1500 Soldaten mit ihrer Ausrüstung aufnehmen oder auch 3000 Flüchtlinge oder andere Menschen in Not. Diese Schiffe und ihre dazugehörigen Landungsboote eröffnen den Niederlanden besondere strategische Möglichkeiten. Sie können eine humanitäre Mission etwa auf den ehemaligen Niederländischen Antillen, einer Inselgruppe vor Venezuela, durchführen, Landsleute und Schutzbefohlene evakuieren, aber auch robuste Militäraktionen begleiten. Denn mit den spezialisierten Männern des „Korps Mariniers“ an Bord kann die „Johan de Witt“ eine beachtliche militärische Kraft entfalten – für das Königreich der Niederlande, aber auch im Dienste der Nato.

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