https://www.faz.net/-gpf-9ykqm
Bildbeschreibung einblenden

Konkurrierende Konzepte : Die rettende Corona-App lässt auf sich warten

Das Smartphone, dein Freund und Notretter? Pendler in Peking Bild: dpa

Die europäischen Entwickler der App, die Kontaktpersonen von Infizierten warnen soll, brauchen Hilfe von Apple und Google. Die Konzerne verfolgen aber eine eigene Lösung. Und nicht nur daran hakt es.

          4 Min.

          Wer geglaubt hatte, dass die Corona-App des Robert Koch-Instituts (RKI) noch vor dem geplanten Ende der Beschränkungen am 3. Mai herauskommen würde, den enttäuschte der Bundesgesundheitsminister am Freitag. „Aus heutiger Sicht sind es eher vier Wochen als zwei Wochen, bis wir tatsächlich dann eine haben, die auch alle Anforderungen voll erfüllt“, sagte Jens Spahn. Die App habe mehreren Ansprüchen zu genügen: Sie müsse sicher sein, den Datenschutz gewährleisten und zugleich ihren eigentlichen Zweck erfüllen, also die Epidemie eindämmen.

          Morten Freidel
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

          Ursprünglich sollte die App jetzt schon verfügbar sein. Sie gilt vielen Fachleuten als besonders wichtiger Baustein für einen „Exit“, denn ohne ein digitales Instrument zum Aufspüren der Kontaktpersonen von Infizierten wäre es ein noch schwerer zu kalkulierendes Risiko, die Ausgangsbeschränkungen aufzuheben. Die Verspätung hängt zum einen mit technischen Problemen zusammen: Die Abstandsmessung mit Bluetooth muss getestet und dann verfeinert werden, damit am Ende nicht Personen einen Warnhinweis auf ihrem Bildschirm erhalten, die gar nicht gefährdet sind. Zum anderen sind grundsätzliche Konflikte entstanden zwischen den Machern der App und Außenstehenden: Sie berühren Fragen des Datenschutzes ebenso wie die Rolle der IT-Giganten Google und Apple. Im Kern geht es darum, ob die erhobenen Daten zentral oder dezentral gespeichert werden sollen.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Aus der Luft sind der niedrige Wasserstand des Lake Powell und der „Badewannen-Ring“ gut zu erkennen.

          Grand Canyon : See ohne Wiederkehr

          Dürre setzt dem Lake Powell oberhalb des Grand Canyon zu: Millionen Touristen bleiben auf dem Trockenen. Hausbootsbesitzer sollen ihre Boote vom Wasser holen, solange das noch möglich ist.
          Am 17. Juli in Erftstadt: Armin Laschet ist lachend zu sehen, während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein Pressestatement gibt.

          Laschet und die Flut : Das Lachen des Landesvaters

          Als das Wasser kam, wollte der Kanzlerkandidat der Union helfen, zuhören – und vielleicht auch Wahlkampf treiben. Dann wuchs der Druck und alles kam anders.
          Liebe Bürger*innen: Das Wahlprogramm der Grünen benutzt konsequent Genderformen mit Genderstern.

          Gendern im Wahlprogramm : Zwangsbeglückung der Sprachgemeinschaft

          Aus den Bürgern werden die Bürger*innen: Das Wahlprogramm der Grünen benutzt konsequent Genderformen mit Genderstern – dabei lehnt die Mehrheit der Deutschen das „Gendern“ ab. Ein Gastbeitrag.