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Ausschreitungen in Köln : In der Höllenhitze der Nacht

Augenzeugen schildern in der Zeitung „Kölnische Rundschau“, dass sich im Bahnhof, auf dem Vorplatz, auf den Treppen und auf der Domplatte schon gegen 17 Uhr eine große Menge Ausländer aufgehalten habe. Zu diesem Zeitpunkt seien auf dem Vorplatz auch schon Flaschen geworfen worden. Gegen 17.30 Uhr schossen junge Männer Feuerwerkskörper unkontrolliert in die Menge. Augenzeugen berichten, dass sich dies den gesamten Abend fortsetzte. Auf Youtube finden sich Handyvideos, in denen die volle Domtreppe und eine große Menschenmenge vor dem Bahnhof zu sehen ist – unablässig zielen junge Männer mit Raketen auf Passanten. Als Konzertbesucher gegen 20.30 Uhr zum Bahnhof zurückkehrten, empfanden sie die Situation als noch bedrohlicher. Die jungen Männer standen nun dicht an dicht. Polizisten haben Augenzeugen nicht gesehen.

Um 21 Uhr zählte die Polizei zwischen 400 und 500 Personen. Doch Augenzeugen berichten von einer wesentlich größeren Menge. Der Unterstützungseinsatz der herbeigerufenen Bundespolizisten beginnt um 21.45 Uhr. „Schon bei der Anfahrt zur Dienststelle an den Hauptbahnhof Köln wurden wir von aufgeregten Bürgern mit weinenden und geschockten Kindern über die Zustände im und um den Bahnhof informiert“, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten dienstlichen Erfahrungsbericht des leitenden Polizisten. Am Vorplatz und der Domtreppe befanden sich demnach „einige tausend meist männliche Personen mit Migrationshintergrund, die Feuerwerkskörper jeglicher Art und Flaschen wahllos in die Menschenmenge feuerten bzw. warfen“.

Kaum hatten die Beamten ihre Fahrzeuge abgestellt, kamen „viele aufgewühlte Passanten“ auf sie zu und berichteten über Schlägereien, Diebstähle und sexuelle Übergriffe auf Frauen. Die aggressive Männer-Meute habe sich vom Erscheinen der Polizeikräfte nicht beeindrucken lassen. Gegen 22.45 Uhr strömten laut Bericht auf den ohnehin schon vollen Platz „weiter Menschen mit Migrationshintergrund“. Für Frauen sei der Weg durch die stark alkoholisierten Männermassen ein „Spießrutenlauf“ gewesen. Immer wieder meldeten sich zahlreiche weinende und schreiende Frauen und Mädchen bei den Beamten und schilderten sexuelle Übergriffe „durch männliche Migranten/-gruppen. Eine Identifizierung war leider nicht mehr möglich.“ Auch seien die Beamten durch „Verdichten des Personenrings/Massenbildung“ daran gehindert worden, zu um Hilfe rufenden Frauen vorzudringen. „Da man nicht jedem Opfer einer Straftat helfen und den Täter dingfest machen konnte, kamen die eingesetzten Beamten an die Grenze zur Frustration“. Zu „Spitzenzeiten“ sei es nicht möglich gewesen, alle Strafanzeigen aufzunehmen.

Aufenthaltstitel mit einem Grinsen zerissen

Der „Express“ zitiert einen Einsatzleiter mit den Worten: „Ich habe junge Frauen weinend neben mir gehabt, die keinen Slip mehr trugen, nachdem die Meute sie ausgespuckt hatte. Das waren Bilder, die mich schockiert haben und die wir erstmal verarbeiten mussten. Abgesehen davon, dass wir damit beschäftigt waren, uns selbst zu schützen, da wir massiv angegriffen wurden.“ Zur Frage der Herkunft der Männer vor dem Hauptbahnhof berichtet der Beamte der Zeitung, durch seine Gruppe habe es in der Nacht 15 vorläufige Festnahmen gegeben. Diese Personen seien „definitiv erst wenige Tage oder Wochen“ in Deutschland gewesen: „Von diesen Personen waren 14 aus Syrien und eine aus Afghanistan. Das ist die Wahrheit. Auch wenn sie schmerzt.“

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