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Altenpflege : Die Polin, ganz legal

  • -Aktualisiert am

In Deutschland können sich viele eine polnische Pflegektaft leisten Bild: dpa

Rund um die Uhr: Geschätzte 150.000 Osteuropäerinnen machen das, wofür sich keine Deutschen finden - 24 Stunden am Tag für die Alten sorgen. In Paderborn vermittelt nun die Caritas polnische Pflegehilfen. Alle sind froh.

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          So eine Barbara müsste man haben, später, wenn man alt und gebrechlich ist: eine, die morgens das Frühstück hinstellt und mittags das Essen kocht, die einkaufen geht und die Wohnung sauber hält. Die aufpasst, dass man sich richtig wäscht und nicht einfach so den Gasherd andreht – als Folge der Demenz. Die man immer rufen kann, wenn man zur Toilette muss, auch nachts – und die dann trotzdem noch freundlich sagt: „Ja, du bist eine ganz Liebe.“

          Sie heißt wirklich Barbara, diese polnische Betreuerin, sie lebt bei einer alten Dame in Soest. Gerade hat sie eine Schwarzwälder Kirschtorte auf den Tisch gestellt, schneidet ein Stück ab, legt es der Frau auf den Teller. Die lacht erst still in sich hinein – und weist dann laut die Stoffpuppen auf der Sofalehne zurecht: „Wat kiekt ihr so dämlich?“ Und sagt zum x-ten Mal, dass der Garten tausend Quadratmeter groß ist, genau tausend. Mehr und mehr verschwindet ihre Welt im Nebel, dabei ist noch alles da: die massiven Möbel im Wohnzimmer, die langen Gardinen vor den Fenstern, die alten Fotos an der Wand. Nur dass oben, die Treppe rauf, jetzt Barbara ein Zimmer hat. Und einen Knochenjob macht, nicht nur körperlich.

          Barbara arbeitet legal

          Um es gleich zu sagen: Barbara ist kein Luxus. In Deutschland können sie sich viele leisten, Töchter, Söhne, Ehefrauen, die ihre pflegebedürftigen Angehörigen nicht allein versorgen können. Und denen auch der ambulante Pflegedienst nicht helfen kann: Einen Service rund um die Uhr hat der nicht zu bieten, zumindest keinen finanzierbaren: dafür wären wohl 5,6 Mitarbeiter übers Jahr nötig, sie würden monatlich an die 7000 Euro kosten. Barbara aber ist schon für 1760 Euro zu haben, inklusive der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung. Hinzu kommen Unterkunft und Verpflegung – in Deutschlands Einfamilienhäusern aber ist oft Platz genug.

          Nur: Keiner hierzulande würde diese Arbeit tun, nicht für so wenig Geld. 1333 Euro brutto erhält Barbara in Soest, exakt berechnet nach dem entsprechenden nordrhein-westfälischen Tarif. In ihrem „Arbeitsvertrag für Haushaltshilfen in Haushalten mit Pflegebedürftigen“ wird ein Urlaubsanspruch von 26 Tagen jährlich genannt und eine wöchentliche Arbeitszeit von 38,5 Stunden. Was eher theoretisch ist – denn Barbara hilft der alten Dame natürlich rund um die Uhr zur Toilette. Freizeit muss sie sich bewusst nehmen. Doch zeigt das Beispiel auch: Barbara arbeitet legal. Sie ist bei der Bundesagentur für Arbeit angemeldet. Die alte Dame – beziehungsweise ein Familienmitglied – ist ihr Arbeitgeber. Man kann ihre Lage gut vergleichen mit den Spargelstechern und Erdbeerpflückern, auch sie dürfen in Deutschland arbeiten, weil sich kein Einheimischer für ihre Jobs findet. Erst im kommenden Jahr wird es leichter, wenn die Arbeitnehmerfreizügigkeit nicht mehr eingeschränkt ist. Netto bleiben Barbara am Ende knapp 900 Euro – drei Mal so viel, wie sie für eine ähnliche Arbeit in Polen bekäme. Aber weniger, als arbeitete sie in Deutschland schwarz.

          Auch an die polnische Familie denken

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