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Corona-Herbstwelle : Die Maskenpflicht braucht es nicht mehr

  • -Aktualisiert am

Mann mit FFP2-Maske in einer Berliner U-Bahn. Bild: dpa

Karl Lauterbach dringt auf eine Maskenpflicht in Innenräumen. Doch die Länder wollen dem Gesundheitsminister nicht folgen. Dafür gibt es gute Argumente.

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          Braucht Deutschland wieder eine Maskenpflicht in öffentlichen Innenräumen?

          Wenn es nach Karl Lauterbach geht: unbedingt. Bei der Vorstellung seiner Impfkampagne war dem Gesundheitsminister anzumerken, wie gerne er selbst sofort eine bundesweite Verordnung zum Tragen eines Mund-und-Nasen-Schutzes verhängt hätte.

          Stattdessen musste er mit Hinweis auf die stark gestiegenen Corona-Fallzahlen an die Länder appellieren, endlich entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Doch weder Franziska Giffey in Berlin noch Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg und schon gar nicht Markus Söder in Bayern denken derzeit daran, Lauterbach zu folgen. Alle drei können parteiübergreifend auf starke Argumente verweisen.

          Es droht kein Horroszenario mehr

          In der Bevölkerung gibt es im dritten Corona-Jahr eine hohe Grundimmunisierung. Durch die Omikron-Variante sind die Krankheitsverläufe deutlich milder als bei Delta, und die Impfstoffe – erst recht die angepassten – entfalten eine hohe Schutzwirkung vor Tod und Klinikeinweisung.

          Anders als in früheren Corona-Wellen droht kein Horrorszenario mehr wie im italienischen Bergamo, als Ärzte über Leben und Tod entscheiden mussten. Es stimmt: Die Pandemie ist nicht vorbei, und die Belastung in vielen Krankenhäusern ist wieder hoch. Mit Corona infiziertes Personal fällt aus, und auch viele Patienten mit Covid müssen betreut werden. Doch etliche kommen wegen anderer Beschwerden in die Kliniken, werden dort erst positiv getestet und müssen dann personalintensiv isoliert werden.

          Um selbst eine relativ kleine Grundrechtseinschränkung wie die Maskenpflicht zu rechtfertigen, bedarf es einer überzeugenden Begründung. Die Überlastung von Kliniken dürfte dafür allein nicht reichen. Zumal die Politik es nicht vermocht hat, die Personalnot dort zu lindern. Wer sich selbst und andere mit einer Maske schützen will, kann und soll das in Eigenverantwortung tun. Eine Pflicht dazu, die auch in einst strenger agierenden Ländern nicht mehr gilt, gibt es jedoch nicht.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

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