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Junge Ostdeutsche : Die letzten Kinder der DDR

  • -Aktualisiert am

Wie tickt die junge ostdeutsche Generation? Studenten auf einer Wiese an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Sachsen-Anhalt). Bild: dpa-Zentralbild

Johannes Staemmler gehört zur „Dritten Generation Ost“. Er sagt: Eine Auseinandersetzung mit den Erfahrungen der Ostdeutschen fehlt noch immer. Und erkennt in der Debatte um Uwe Tellkamp alte Reflexe gegen „Ossis“.

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          Vor gut acht Jahren versuchte eine Gruppe junger Leute öffentlich mit dem Gerücht aufzuräumen, die deutsche Teilung spiele für ihre Generation keine Rolle mehr. Die Mehrzahl der „Dritten Generation Ost“ wurde zwischen 1975 und 1985 in der DDR geboren. Im vereinigten Deutschland sind sie erwachsen geworden, haben gelernt, Familien gegründet und oft eine neue Heimat gefunden.

          Im Laufe der Zeit fanden Hunderte Gespräche zwischen diesen jungen Ostdeutschen statt, in denen sie ihr Unbehagen mit der Gegenwart ausgedrückten: Sie fühlen sich mit gemeint, wenn privat und öffentlich über die Ossis oder den Osten geschimpft wird. Daraus ist eine Skepsis gegenüber westdeutscher Deutungshoheit und jedweder herablassender Besserwisserei entstanden. Gleichzeitig verzweifeln sie, wenn im Osten die gängigen Klischees auch noch bedient werden. Im Kleinen zeigt sich das in den eigenen Familien, wo die Vergangenheit beschwiegen und die Gegenwart beschimpft wurde und wird.

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