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Die Kanzlerin in Prag : Strahlend schön

Prag lehnt Berlins liebstes Kind, den Fiskalpakt, ab und baut sein Kernkraftwerk an der Grenze zu Deutschland aus. Doch die Beziehungen sind natürlich so gut wie nie.

          Prag sei ein „Schatten-Signatar“, sagt der tschechische Ministerpräsident Nečas. Der Verträge und Deklarationen, die Vertreibung und Massenmord ächten? Diese Debatte haben deutsche und tschechische Politiker schon lange hinter sich gelassen. Geblickt wird in die Zukunft, die so strahlend schön vor den Nachbarländern liegt, als würde sie auch künftig noch auf beiden Seiten der Grenze von Atomstrom erhellt.

          Selbst der Fiskalpakt soll Prag und Berlin nicht trennen, obwohl an der tschechischen Distanz zu ihm nicht allein Präsident Klaus schuld ist. Nečas sicherte der Kanzlerin zu, Prag halte sich auch ohne Unterschrift an die Bedingungen des Abkommens. Dann braucht man ja auch gar nicht über Souveränitätsabtretungen zu reden.

          Bleibt als Gesprächsstoff nur noch die Energiepolitik, in der die Tschechen partout nicht dem deutschen Beispiel folgen wollen. Doch natürlich respektiert Berlin auch das. Fliegt eines Tages Temelín in die Luft und verseucht weite Teile Bayerns und Österreichs, dann kann die Bundesregierung sagen, es sei immerhin kein deutsches Kernkraftwerk gewesen.

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