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Die Deutschen und Corona : Der Konsens bröckelt

  • -Aktualisiert am

Eine Maske wird vom Wind verweht vor dem Brandenburger Tor: Viele Deutsche nehmen die Gefahr des Corona-Virus nicht mehr ernst. Bild: dpa

Viele Bürger verhalten sich im Privaten wie vor der Pandemie: Umarmung hier, Küsschen da. Doch auch ein sehr gutes Gesundheitssystem stößt irgendwann an seine Grenzen. Ignorieren wir also nicht die Gefahr.

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          Das Lenin zugeschriebene Zitat, eine Revolution in Deutschland würde schon daran scheitern, dass die Deutschen vor der Erstürmung eines Bahnhofs eine Bahnsteigkarte lösten, passt auch in der Pandemie. Die deutsche Bevölkerung rebelliert nicht offen gegen den Kurs der Verantwortlichen in Bund und Ländern im Kampf gegen das Virus. Die Aluhüte oder Möchtegern-Reichstag-Stürmer sind doch gering an Zahl und politisch überwiegend Ausreißer.

          Aber es findet eine schleichende Aufweichung des gesellschaftlichen Konsenses statt, dass Corona eine große Bedrohung ist. Das politische Diktum, man müsse lernen, mit dem Virus zu leben, wird von wachsenden Teilen der Bevölkerung offenkundig anders interpretiert, als Angela Merkel in ihrer Funktion als oberste Mahnerin sich das gedacht hatte. Mit dem Virus leben scheint für viele zunehmend zu heißen: so tun, als existiere es nicht.

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