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Volksparteien : Die CDU kommt vom Regen in die Traufe

Die CDU will Demokratie erleben – aber mit welchen Mitgliedern? Bild: dpa

Die Volksparteien zählen seit Jahren weniger Mitglieder. Doch derzeit verlieren nur sie, während Grüne und AfD kräftig zulegen. Vor allem die CDU muss sich überlegen, warum das so ist.

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          Nicht nur in Umfragen, auch in den Mitgliederzahlen deutet sich der Schwund der Volksparteien an – wenn auch immer noch, verglichen mit dem schwachen Polster der kleineren Parteien, auf hohem Niveau. Die „Gewinner“ dieser Entwicklung sind die beiden Antipoden der deutschen Politik, die Grünen und die AfD. Auch das bewegt sich im Takt der Wahlergebnisse, die weiter für Verunsicherung sorgen dürften.

          Denn eine Umkehr ist nicht in Sicht. Die CDU, die vom Schwund derzeit besonders betroffen ist, wiegt sich in Sicherheit, weil an ihr kein Weg zur Regierungsbildung vorbeigeht. In einer solch komfortablen Lage war die Union in ihrer Geschichte noch nie – erinnert sei an Zeiten, als es umgekehrt war: die mit Abstand stärkste Partei (wenn auch nicht an Mitgliederstärke) konnte trotzdem nicht regieren.

          In jenen Tagen, als sie noch stark war, konnte die CDU mit Hilfe der FDP eine Regierung bilden, die mehr auf Ergänzung als auf schmerzhaften Kompromissen beruhte. Jetzt umgarnt die CDU (die CSU geht einen anderen Weg) ausgerechnet einen Koalitionspartner, die Grünen, der sie vom Regen in die Traufe bringt: von den Kompromissen der großen Koalition in die größeren Kompromisse einer nicht minder „großen“, schwarz-grünen Koalition.

          Das lässt sich schönreden durch Etiketten wie „bürgerlich“ und „Projekt“. Doch die Stabilisierung der AfD in den Mitgliederzahlen deutet an, dass die Aussicht auf eine solche Koalition auf einen beachtlichen Teil der Mitglieder der CDU so abschreckend wirkt wie die traditionelle große Koalition. Dem hat die CDU nichts entgegenzusetzen – weder in Wahlen noch in der Mitgliederwerbung.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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