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Jasper von Altenbockum (kum.)

Grüne Union : Wer vom Fliegenpilz gegessen hat

Ein Pilz kommt selten allein: Die Union will die Grünen als „Fliegenpilz“ entlarven Bild: dpa

Schön, aber giftig – so sollen die Wähler die Grünen sehen, wenn es nach der Union geht. Warum eifern CDU und CSU dem politischen Gegner dann aber nach?

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          Das Bild der Grünen als „Fliegenpilz“ ist für die CDU ein zweischneidiges Schwert. Denn die Anspielung „schön, aber giftig“ mag aus Sicht der CDU eine treffende Charakterisierung des grünen Wahlprogramms sein. Die Frage ist nur, wie viel vom Fliegenpilz die CDU selbst schon gegessen hat.

          Die Regelungswut der großen Koalition in Sachen Klimaschutz, Energiewende und Nachhaltigkeit könnte von einer grünen Regierung kaum noch überboten werden – vom umgekehrten Weg, dem immer wieder angekündigten, aber kläglich gescheiterten Bürokratieabbau, ist so gut wie nichts zu sehen. Auch mit ihren neuen Beschlüssen zum Klimaschutzgesetz beißen SPD, CDU und CSU noch einmal kräftig vom Fliegenpilz ab.

          Mit dem Urteil aus Karlsruhe, wie stets reumütig betont wird, hat das, was bislang verkündet wurde, nicht viel zu tun. Es hat eher den Anschein, dass die Koalitionsparteien das Thema möglichst schnell „abräumen“ wollen. Ob das gelingt und die Wahl im Herbst sich an ganz anderen Themen entscheidet?

          Wie schwierig der Umgang mit den Grünen für die CDU noch werden kann, zeigt sich jetzt in Stuttgart. Es gleicht einer Kapitulation, dass die Partei auf das Kultusministerium verzichtet. Die Angst vor der Opposition an der Seite der AfD muss jedenfalls übergroß gewesen sein. Aus Angst vor dem Tod aber Selbstmord zu begehen, hat noch keiner Partei geholfen. Der Fliegenpilz wird die CDU auch deshalb noch eine Weile begleiten.

          Jasper von Altenbockum
          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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