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Offener Streit über Atomkraft : Stress in der Ampel-WG

Der Grünen-Vorsitzende Nouripour, Bundeskanzler Scholz (SPD), FDP-Chef Lindner und die SPD-Vorsitzende Esken, im Hintergrund Regierungssprecher Hebestreit am Sonntag in Berlin Bild: Stefan Boness/Ipon

Der zweite Stresstest sollte die Debatte über die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken eigentlich beenden. Doch nun streitet die Ampel auf offener Bühne. Ein Stimmungsbild.

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          Wer schon mal in einer WG gelebt hat, weiß, wie es da zugehen kann. Durchgemachte Nächte, Verbrüderung bei Bier und Fertigpizza, Streit über den Putzplan, Auflösung nach Dauerkrieg – alles ist möglich. Und immer intensiv. So gesehen ließ Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) einigen Deutungsspielraum, als er am Montagabend führende Politiker seiner Regierungskoalition als Teil seiner „WG vom Wochenende“ begrüßte. Der Kanzler besuchte das Sommerfest der SPD-Zeitung „vorwärts“ in Berlin. Und dort traf er auch auf die Parteivorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, und den stellvertretenden FDP-Chef Johannes Vogel. Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil stand bei ihnen. Die drei sollten gleich auf dem Podium miteinander diskutieren.

          Helene Bubrowski
          Politische Korrespondentin in Berlin.
          Friederike Haupt
          Politische Korrespondentin in Berlin.
          Johannes Leithäuser
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die „WG vom Wochenende“, von der Scholz sprach, war der Koalitionsausschuss, der von Samstag auf Sonntag 22 Stunden im Bundeskanzleramt getagt beziehungsweise genachtet hatte. Schlaflos in Berlin – Scholz zählte zu denen, die das gut weggesteckt hatten, und so schwärmte er nun euphorisiert wie ein Student nach durchfeierter Nacht davon, dass man „zusammen Party gemacht“ habe, und das „ohne einen Tropfen Alkohol“. Die Partygäste Lang, Vogel und Klingbeil lachten und tuschelten; sie hatten eben schon miteinander und auch mit dem Kanzler geflüstert. Diese WG, so schien es, hatte gerade eine ganz gute Zeit.

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