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Parteitag in Stuttgart : Die AfD kann nur extrem

Afd-Parteitag in Stuttgart am 16. Juli Bild: dpa

Die AfD mag eine überschaubare Chance gehabt haben, im bürgerlichen Milieu einen Anker zu werfen. In Baden-Würtemberg zeigt sie wieder, dass sie dazu nicht in der Lage ist.

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          Als die AfD es 2016 schaffte, mit 15 Prozent und zwei Direktmandaten in den Landtag von Baden-Württemberg einzuziehen, saß der Schock bei den etablierten Parteien tief, vor allem bei der CDU. Die Wahl fand in der Hochphase der Flüchtlingskrise statt. Die Bundeskanzlerin hieß Angela Merkel, und ihrer Partei war es nicht gelungen, die Kritiker an der Flüchtlingspolitik noch an sich zu binden. Sechs Jahre später ist die Angst vor der AfD einer gewissen Gleichgültigkeit gewichen.

          Die AfD mag mit Jörg Meuthen oder anderen Professoren anfänglich eine überschaubare Chance gehabt haben, im bürgerlichen oder wirtschaftsliberalen Milieu einen Anker zu werfen. Mit dem chaotischen Parteitag am Wochenende hat die Partei aber wieder gezeigt, dass sie dazu nicht in der Lage ist und es wohl mangels Führung auch nie war.

          Es fehlt die Trennlinie

          Seit der Debatte über einen antisemitischen Landtagsabgeordneten vermochte es der Landesverband nicht, eine halbwegs erkennbare Trennlinie zum Rechtsextremismus zu ziehen. Mit der neuen Führung haben nun zwei Extremisten übernommen, die sich nie in Richtung Mitte bewegen wollten.

          Einer verharmlost Putin, der andere hat mit seinem völkischen Staatsverständnis ein Problem mit dem Grundgesetz. Es sind exakt die Personen, von denen sich die Gemäßigten vor sechs Jahren hätten trennen müssen.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

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