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Höcke und die AfD : Das Original

  • -Aktualisiert am

Björn Höcke bei einer Rede in Sachsen im August 2017 Bild: Hannes Jung/laif

Auf dem „Kyffhäuser-Treffen“ des nationalistischen „Flügels“ hat der Chef der Thüringer AfD die Führung der Bundespartei attackiert. In Westdeutschland stürzen seine Freunde ganze Landesverbände ins Chaos. Der Widerstand organisiert sich.

          9 Min.

          Der „Flügel“ ist ein rechtsnationaler Zusammenschluss von AfD-Anhängern, die sich um den Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke sammeln. Seit Anfang dieses Jahres wird er wegen extremistischer Tendenzen vom Verfassungsschutz beobachtet. Am Samstag vergangener Woche hatte er zu seinem jährlichen sogenannten Kyffhäuser-Treffen nach Leinefelde in Thüringen geladen. Der Saal fasst achthundert Leute, die Plätze waren ausverkauft. Kleine Deutschlandfahnen lagen auf den Tischen, große Deutschlandfahnen hingen an der Bühne. Die Regie war straff. Anfangs waren noch sechs Redner angekündigt, später wurde das Programm verändert. Nun gab es eine „Hauptrede“ – die von Höcke.

          Konrad Schuller

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Der lief wie ein Triumphator ein. Die Hände gehoben, flankiert von den Vorsitzenden aus Brandenburg und Sachsen, die ein wenig hinter ihm blieben. Die Kamera, die alles live übertrug, filmte Höcke von unten. Dadurch erschien er wie ein Hüne, er zwinkerte ergriffen mit den Lidern, atmete schwer und seufzte ob des Beifalls, der ihm entgegenbrauste.

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