https://www.faz.net/-gpf-9rtg3

Wahlkampf : Warum die AfD aufs Klima-Thema setzt

Die Grünen im Visier: Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland. Bild: dpa

Erst war es der Euro, dann die Migration. Jetzt erhebt die AfD das Klima zum Mobilisierungsthema. Ihr Credo: Hauptsache politisch inkorrekt. Die Frage ist, ob sich die Partei da mal nicht verzockt.

          4 Min.

          Als die AfD-Politiker Alice Weidel und Alexander Gauland vor gut zwei Jahren Heinz-Christian Strache besuchten, gab ihnen der damalige Vorsitzende der FPÖ einen Rat. Die AfD solle sich nicht an zu vielen Themen verzetteln, sondern sich auf drei konzentrieren: Migration, Islam und Klima. Mit dem Thema Migration hatte die AfD schon damals ihren Wiederaufstieg bestritten, nachdem das Euro-Thema an Bedeutung eingebüßt hatte. Auch als Anti-Islam-Partei hatte sie sich, sozusagen flankierend, dargestellt. Doch beide Themen haben ihre Durchschlagskraft im Jahre 2019 verloren. Das neue Mega-Thema ist das Klima. Es ist deswegen nicht verwunderlich, dass Gauland die Auseinandersetzung damit nun als neue Chance für die AfD entdeckt hat. „Die Kritik an der sogenannten Klimaschutzpolitik ist nach dem Euro und der Zuwanderung das dritte große Thema für die AfD“, sagte Gauland der „Welt am Sonntag“.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die AfD-Führung hat eine Weile gebraucht, um zu dieser Haltung zu kommen. Die Wucht der Klimaschutzbewegung, die großen Kundgebungen der Anhänger von „Fridays for Future“ machten sie zunächst ratlos, wirkten doch die Demonstrationen von Gruppen aus dem Vorfeld der AfD – von Pegida in Dresden oder Zukunft Heimat in Cottbus – im Vergleich dazu geradezu niedlich. Gaulands ursprüngliche Reaktion war denn auch eine andere gewesen: „Wir müssen abwarten, bis sich der Klima-Hype gelegt hat“, hatte er noch im Juni der F.A.Z. gesagt.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Seit September 2017 gilt das WLTP, ein weltweit harmonisiertes Prüfprogramm. Hier eine Abgasprüfung beim TÜV Rheinland.

          Das Grenzwert-Drama : 95 Gramm

          Von 2020 an dürfen Neufahrzeuge in Europa im Schnitt nur noch vier Liter Benzin oder dreieinhalb Liter Diesel verbrauchen. Wie es zu einem Grenzwert kam, der die Grenzen der Physik sprengt.
          Intimität schafft auch Probleme, und wer die hat, braucht diskrete Helfer.

          Gesundheits-App : Warum alle am Intimarzt graben

          Die anonyme App eines jungen Assistenzarztes kommt riesig an. Dann spürt er Gegenwind. Und hat plötzlich mehr Feinde, als ihm lieb ist. Die Konzerne reiben sich die Hände.