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Die 68er-Proteste und die DDR : Teilnehmende Beobachter

  • -Aktualisiert am

Teilnehmer des Ostermarsches demonstrierten am 11. April 1968 gegen alle Staatsgewalt und einen Teil der Presse. Bild: dpa

1968 interessierte sich nicht nur der westdeutsche Verfassungsschutz für die revoltierenden Studenten. Die DDR erkannte eine Chance, die Bundesrepublik zu destabilisieren – und nutzte sie.

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          Über die verschiedenen Dimensionen und Kontexte des aufrührerischen Geistes, der in den 60er Jahren die junge Generation in vielen Ländern der Welt ergriff, liegen Geschichtserzählungen verschiedenster Art vor. Sie reichen von nostalgischen Erinnerungen über nachholenden Dekonstruktionen bis zur Totalverdammung der Revolte von 1968. Weniger beachtet ist das Quellenmaterial aus dem Berichtsaufkommen von seinerzeit teilnehmenden Beobachtern, die in geheimer Mission agierten. Diese Zeitgenossen dienten der DDR oder Bundesrepublik Deutschland – einige auch beiden Seiten.

          Die Berichte, die das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) dem Bundeskanzleramt und anderen Regierungsinstanzen regelmäßig über linke und kommunistische Umtriebe übermittelte, sind zum Teil im Bundesarchiv in Koblenz zugänglich. Bis 1966 maß der Verfassungsschutz dem Geschehen im Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) nur wenig Bedeutung bei – es sei denn, es ging um Einflüsse aus der DDR oder anderen Ostblockstaaten beziehungsweise um die wenigen Mitglieder der 1956 verbotenen KPD im SDS. Das Hauptinteresse des Verfassungsschutzes richtete sich auf die kommunistische Propaganda aus der DDR, die Tätigkeit der illegalen KPD und ihrer Tarnorganisationen, dazu auf antisemitische Vorfälle sowie auf rechtsradikale Kreise und Organisationen.

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