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Gedenken an „Euthanasie“-Morde : Diakonie warnt vor neuer Ausgrenzung von behinderten Menschen

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„Psychische Erkrankungen können jeden treffen“, sagte Diakonie-Vorstandsmitglied Maria Loheide (Symbolfoto). Bild: dpa

Es dürfe nicht sein, dass psychisch Kranke zu „einem volkswirtschaftlichen Problem“ gemacht werden, sagte eine Vorstandsvorsitzende der Diakonie. Anlass ist auch eine Anfrage der AfD.

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          Die Diakonie Deutschland und der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB) haben vor neuen Formen der Ausgrenzung psychisch kranker Menschen gewarnt. Das Gedenken an die Vernichtungsaktion der Nationalsozialisten verpflichte dazu, die betroffenen Menschen zu schützen, erklärte Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, am Donnerstag in Berlin.

          „Psychische Erkrankungen können jeden treffen, und es darf nicht sein, dass sie zu einem volkswirtschaftlichen Problem gemacht werden“, so Loheide anlässlich des Festaktes zum fünfjährigen Bestehen des Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde am Freitag. Während des Nationalsozialismus wurden europaweit rund 300.000 psychisch kranke und behinderte Menschen ermordet.

          Die Diakonie kritisierte zudem zusammen mit der Behindertenhilfe eine parlamentarische Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion. Danach fragt die Fraktion nach dem Anteil psychisch kranker Menschen mit Erwerbsminderungsrente und den volkswirtschaftlichen Verlusten, die durch diese Gruppe entstünden. Der stellvertretende BeB-Vorsitzende Jürgen Armbruster sagte dazu, eine psychische Erkrankung reiße die Betroffenen aus dem Arbeitsleben heraus. Der Sozialstaat solle dieses Risiko auffangen – „mit einer ausreichenden Erwerbsminderungsrente, aber auch mit Angeboten der medizinischen und beruflichen Rehabilitation.“

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