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Diagnose des SPD-Chefs : Gabriel beklagt Rücksichtslosigkeit und Aggressivität im Land

  • Aktualisiert am

Sigmar Gabriel vergangenen Freitag im Hafen von Hongkong, während seiner Chinareise. Bild: dpa

Sigmar Gabriel testet schon mal mögliche Wahlkampfthemen für 2017. Um Respekt und Anstand stehe es nicht gut in Deutschland. Das liege auch an der AfD.

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          SPD-Chef Sigmar Gabriel will mit seiner Partei einer wachsenden Rücksichtslosigkeit und Aggressivität in der Gesellschaft Einhalt gebieten. „Ich glaube, dass es ein ganz tiefes Gefühl gibt, dass diese Entwicklung gestoppt werden muss“, sagte Gabriel am Samstag auf dem Rückflug von seiner China-Reise nach Berlin. Auch der Staat könne hierzu einen Beitrag leisten. Es gehe letztlich um Respekt und Anstand. Darüber sollte nicht zuletzt beim Bundestagswahlkampf diskutiert werden. „Ich finde, das ist ein ganz großes Thema, über das man reden muss“, sagte der SPD-Chef.

          Gabriel verwies auf vielerlei Entwicklungen, die er als bedenklich betrachte. So würden Polizisten und Rettungskräfte bei Einsätzen immer häufige angepöbelt, beleidigt oder auch körperlich angegriffen. Angehörige von Minderheiten und Schwächere in der Gesellschaften hätten unter Anfeindungen zu leiden. Der Alternative für Deutschland (AfD) schrieb Gabriel einen besonderen Beitrag zu dieser wachsenden Aggressivität zu.

          Der Begriff Respekt hat nach Gabriels Worten aber auch eine soziale Dimension. Es gehe auch darum, dass die Politik und die Gesellschaft die Lebens- und Arbeitsleistung von Menschen zu würdigen und zu berücksichtigen habe. Zur sozialen Marktwirtschaft gehöre, dass Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet hätten, auch im Alter vernünftig behandelt würden.

          SPD im Umfragetief

          Ob Gabriel 2017 als Spitzenkandidat für die SPD antreten wird, ließ er weiter offen. Derweil ist seine SPD einer Umfrage zufolge in der Wählergunst auf den tiefsten Stand seit August gefallen. In der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Emnid für „Bild am Sonntag“ kommen die Sozialdemokraten auf 22 Prozent. Vor einer Woche hatten sie noch einen Prozentpunkt mehr erreicht.

          Alle anderen Parteien bleiben unverändert. Vorne liegen CDU/CSU mit 34 Prozent. Auf die AfD entfallen zwölf Prozent, gefolgt von Grünen (elf Prozent), Linkspartei (zehn Prozent) und FDP (fünf Prozent).

          Für den Sonntagstrend befragte Emnid den Angaben zufolge zwischen dem 27. Oktober und dem 2. November 1678 repräsentativ ausgewählte Personen.

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