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Deutschunterricht weltweit : Ungarn, Polen und Amerikaner lernen weniger Deutsch

Deutschunterricht am Goethe Institut in Barcelona Bild: Albert Gea

Vielerorts ist das Interesse an der deutschen Sprache nach wie vor groß. Einen Einbruch gibt es in den Ländern, deren politisches Verhältnis zu Deutschland angespannt ist.

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          Das Interesse am Deutschlernen ist ungebrochen. Das gilt insbesondere für Europa, aber auch für Afrika und Asien. Aus einer Erhebung, die das Auswärtige Amt in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, der Deutschen Welle, dem DAAD und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) alle fünf Jahre veröffentlicht, geht hervor, dass es insgesamt 15,4 Millionen Deutschlerner auf der Welt gibt, davon 11,2 Millionen in Europa, und sich digitale Lernangebote wachsender Beliebtheit erfreuen.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Vor allem in den Nachbarländern wie Dänemark, den Niederlanden, der Tschechischen Republik und in Frankreich ist die Zahl der Deutschlerner um 18 Prozent auf 1,185 Millionen gewachsen. Selbst in Russland, das vor fünf Jahren noch den größten Rückgang aufwies, interessieren sich wieder mehr Menschen für Deutsch. In einigen europäischen Ländern gibt es aber auch Rückschläge. So ist Polen zwar noch immer das Land mit den meisten Deutschlernen auf der ganzen Welt (1,95 Millionen), doch die Zahl ist seit dem Jahr 2015 um 15 Prozent zurückgegangen. Ein ähnlicher Abwärtstrend lässt sich für Ungarn beobachten. Und der Austritt Großbritanniens aus der EU könnte das ohnehin schon stark geschwundene Interesse an der deutschen Sprache (minus 25 Prozent) noch weiter verschärfen.

          In Afrika indessen ist laut der Erhebung ein Wachstum von fünfzig Prozent zu verzeichnen, vor allem in Ägypten, Algerien und in der Elfenbeinküste. Ein weiterer Wachstumsmarkt liegt in China, in den Vereinigten Staaten dagegen ist ein Rückgang beim Deutschlernen um 15 Prozent zu beobachten. Deutsch wird in erster Linie an Schulen gelernt, wofür nicht nur die Deutschen Auslandsschulen, sondern auch die Partnerschulen (Pasch) entscheidend sind. An 2000 Pasch-Schulen lernen 600000 Schüler in über 100 Ländern Deutsch.

          An den Hochschulen lernen etwa 1,27 Millionen Studenten Deutsch, im Vergleich zu 2015 ist das ein Rückgang von 60000. Mit dem deutschen Sprach diplom und den Abschlüssen an den Deutschen Auslandsschulen bekommen etwa 20000 Absolventen im Jahr Zugang zu einem Studium in Deutschland, 45 Prozent beginnen es tatsächlich auch an einer deutschen Universität. Der wachsenden Nachfrage allerdings können die Lehrkapazitäten nicht standhalten. Es fehlen an vielen Orten ausreichend qualifizierte Deutschlehrer.

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