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Quittung für Maaßen-Streit : AfD verdrängt SPD als zweitstärkste Kraft

  • Aktualisiert am

In der ersten Reihe: Die AfD-Fraktionsführer im Bundestag, Alice-Weidel und Alexander Gauland Bild: EPA

Die große Koalition rutscht in den Umfragewerten immer tiefer. Besonders groß ist die Unzufriedenheit mit Bundesinnenminister Seehofer, wie der neueste Deutschlandtrend zeigt.

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          Nach Wochen des Streits über Grenzsicherungsmaßnahmen, die Vorfälle in Chemnitz und Köthen sowie die Rolle von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen kämen Union und Sozialdemokraten zusammen bei einer neuer Bundestagswahl am kommenden Sonntag nur noch auf 45 Prozent der Stimmen. Das geht aus dem jüngsten Deutschlandtrend der ARD hervor.

          Die Union wäre zwar weiterhin stärkste Kraft, kommt mit 28 Prozent aber auf das schlechteste Umfrageergebnis seit dem ersten Deutschlandtrend vor 21 Jahren. Die AfD zieht auf Bundesebene erstmals an der SPD vorbei und würden mit 18 Prozent zur zweitstärksten Kraft, knapp vor der SPD mit 17 Prozent. Dahinter folgen die Grünen (15 Prozent), die Linkspartei (zehn Prozent) und die FDP (neun Prozent).

          Im Vergleich zum vorherigen Deutschlandtrend am 6. September verlieren Union und SPD damit je einen Prozentpunkt, die AfD legt um zwei Prozentpunkte zu, Grüne und FDP je um einen. Der Anteil der Linken ist gleich geblieben.

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          Besonders groß ist dabei die Unzufriedenheit offenbar mit der Arbeit von Horst Seehofer (CSU). 59 Prozent der Befragten geben an, ihn für einen schlechten Bundesinnenminister zu halten. Das sind sechs Prozent mehr als noch im April. Zugleich schwindet der Rückhalt für den 69 Jahre alte Parteivorsitzenden der Christdemokraten auch erheblich unter den Unions-Anhängern. Nur noch knapp jeder Dritte von ihnen ist mit seiner Arbeit noch zufrieden. Im April dieses Jahres waren es noch 45 Prozent. Punkten konnte Seehofer mit seinem Kurs einzig unter den Anhängern der AfD. 61 Prozent von ihnen stehen hinter ihm.

          Infratest dimap befragte für den jüngsten Deitschlandtrend von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1035 Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz wurde für die sogenannte Sonntagsfrage je nach Größe der Parteien mit 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten angegeben.

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