https://www.faz.net/-gpf-974fm

Internationale Krisen : Vorher wissen, wo es knallt

  • -Aktualisiert am

Tunesische Demonstranten im Januar bei einer Demonstration zum siebten Jahrestag des Arabischen Frühlings. Die Umstürze in der arabischen Welt kamen für Deutschland überraschend. Bild: AFP

Die Bundesregierung wurde in den vergangenen Jahren mehrmals von Krisen überrascht. Jetzt will Deutschland vorausschauender agieren. Wie soll das gehen?

          4 Min.

          Im Frühjahr 1983 sagte Ronald Reagan in Orlando einen Satz, der die damals vorherrschende weltweite Sorge vor einem Nuklearkrieg befeuerte. Die Sowjetunion, so der damalige amerikanische Präsident, sei das „Reich des Bösen“, das von den Vereinigten Staaten bekämpft werden müsse. Doch der Krieg blieb aus. Acht Jahre nach Reagans berühmter Rede in Florida zerfiel das „Reich des Bösen“. Eine Zeitenwende trat ein, die Ost-West-Konfrontation war vorbei. In Washington allerdings hatte das niemand vorausgesehen. Die amerikanische Politik und die Öffentlichkeit wurden von den grundstürzenden Ereignissen in Europa überrascht.

          Damit die amerikanische Regierung nicht noch einmal so überrumpelt wird, legt das 1979 gegründete National Intelligence Council (NIC) der Vereinigten Staaten seit Anfang der neunziger Jahre regelmäßig öffentlich eine umfassende Einschätzung der Weltlage und eine Prognose der globalen Entwicklungen der nächsten 20 Jahre vor. Das NIC beschreibt sich selbst als Denkfabrik der amerikanischen Geheimdienste für mittel- und langfristiges strategisches Denken. Auf Basis der alle vier Jahre erscheinenden Studie soll in der Gesellschaft der Vereinigten Staaten eine offene Diskussion über die Risiken und Chancen der Zukunft angestoßen werden. Der aktuelle sechste NIC-Bericht liest sich allerdings eher wie ein Abgesang auf die westliche Welt.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Die Intensivstation der Universitätsklinik Frankfurt mit Coronapatienten im April 2020

          Anhaltend hohe Todeszahlen : Wer jetzt noch an Corona stirbt

          Noch verzeichnet Deutschland jede Woche mehr als tausend Covid-Todesfälle. Viele sterben weder im Altenheim noch auf der Intensivstation. Doch wo dann? Die Suche nach der Antwort ist kompliziert.

          Fahrbericht Fiat 500 E Cabrio : Schock verliebt

          Fiat baut den 500 einfach noch einmal. Jetzt aber mit Elektroantrieb, was der Lebensfreude in der Stadt arg zuträglich ist. Dann werfen wir auch noch das Dach zurück, offen gesagt: Bravo.
          Am Ende der Welt: der Checkpoint Kalanchak zur Krim

          Russlands Okkupation : Kein Wasser für die Krim

          Im Donbass wird fast täglich geschossen, um die Krim aber ist es ruhig. Welche Ziele Russland hier verfolgt, verrät ein Blick auf das Asowsche Meer. Eine Reise im Süden der Ukraine.