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Atomare Abschreckung : Braucht auch Deutschland die Bombe?

Nukleare Abschreckung: Ein amerikanischer B-52-Bomber wirft bei einer Übung einen Marschflugkörper ab, der atomar bestückt werden könnte. Bild: OL-H, AFPAA

Die deutsche Sicherheitspolitik verlässt sich völlig auf den amerikanischen Nuklearschirm. Doch Washington könnte sich von Europa abwenden. Dann hätte Berlin nur schlechte Optionen.

          7 Min.

          Bleibt des Kanzlers Machtwort das letzte in dieser Angelegenheit, dann endet die Atom-Ära in Deutschland kurz nach Ostern. Nicht einmal die von Putin herbeigebombte „Zeitenwende“ konnte daran etwas ändern; um den endgültigen Ausstieg nur um drei Monate und ein Kraftwerk hinauszuzögern, musste Scholz auf seine Richtlinienkompetenz verweisen. Seither gibt nun sogar die FDP Ruhe, jedenfalls fürs Erste. Dabei müsste in Berlin nicht nur die friedliche Nutzung der Kernkraft über den April hinaus dringend zum Thema gemacht werden, sondern auch die militärische.

          Ein deutsches Tabu, das den Angriff überstand

          Berthold Kohler
          Herausgeber.

          Doch das ist ein deutsches Tabu, das den Angriff Putins auf die Ukraine und die Sicherheitsarchitektur Europas unbeschadet überstanden hat. Selbst das nukleare Säbelrasseln des russischen Präsidenten führte allenfalls zum Räsonieren darüber, was man alles nicht tun dürfe, um den Kreml nicht in einen Atomkrieg zu treiben. In Berlin fürchtet man, dass schon die Lieferung moderner Kampfpanzer den Kriegsverlauf so zu Ungunsten des Kremls beeinflussen könnte, dass dieser sich nur noch mit einem taktischen Atomschlag zu helfen wisse.

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