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Deutschland und der Islam : Die meisten Deutschen kennen nicht einen Muslim näher

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Schwarz-Rot-Gold und Halbmond: Mädchen bei der Eröffnung einer Moschee im hessischen Hanau im Mai 2015 Bild: dpa

Während diskutiert wird, ob „der Islam“ nun zu Deutschland gehört oder nicht, zeigt eine Umfrage: Fast zwei von drei Deutschen haben nicht einen Muslim im Bekanntenkreis. Und auch über den Islam wissen die meisten Deutschen nichts.

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          Muslime und ihre Religion sind einer Umfrage zufolge einer Mehrheit der Deutschen auch nach Jahrzehnten des Zusammenlebens fremd geblieben. Obwohl sich Muslime und Nicht-Muslime in der Schule und am Arbeitsplatz begegnen, gibt es nicht allzu viele private Kontakte. Bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 62 Prozent der nicht-muslimischen Befragten, sie hätten keine Muslime in ihrem privaten Bekanntenkreis.

          Was auffällt: Akademiker und Menschen mit Abitur haben mehr muslimische Freunde als Menschen mit niedrigeren Bildungsabschlüssen. Während unter den Befragten mit Hauptschulabschluss nur 28 Prozent angaben, zu ihrem privaten Kreis gehörten auch Muslime, waren es unter den Akademikern immerhin 42 Prozent. Und das, obwohl die hier lebenden Muslime insgesamt niedrigere Bildungsabschlüsse haben als der Durchschnitt der Bevölkerung.

          Bildung hängt vom persönlichen Hintergrund ab

          Die niedrigeren Bildungsabschlüsse haben nach Meinung von Experten nichts mit Religion zu tun, sondern mit den Gründen der Migration. So ist der Anteil der Abiturienten unter den Nachkommen der türkischen „Gastarbeiter“ relativ gering. Von den Kindern politischer Flüchtlinge aus dem Iran hat jedoch die Mehrheit Abitur.

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          Jeder zweite Nicht-Muslim (52 Prozent) gab an, er habe nur wenig Ahnung vom Islam. Jeder Fünfte sagte, er wisse gar nichts über die islamische Religion. Und obwohl es seit 1997 den „Tag der offenen Moschee“ gibt, waren 84 Prozent der Nicht-Muslime noch nie in einer deutschen Moscheegemeinde. Bei den Muslimen sieht es anders aus. 68 Prozent der befragten Muslime bezeichneten ihre eigenen Kenntnisse über die christliche Religion als gut oder sehr gut.

          Kauder: Muslime gehören zu Deutschland, der Islam nicht

          Am Donnerstag war Unions-Fraktionschef Volker Kauder mit den Worten zitiert worden, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, die hier lebenden Muslime dagegen „ganz klar“. Der Islam habe Deutschland kulturell und historisch nicht geprägt und habe viele Ausprägungen – einige davon seien hierzulande nicht akzeptabel, sagte Kauder der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Gleichzeitig wandte er sich entschieden gegen eine Ausgrenzung von Muslimen. „Selbstverständlich genießen die Muslime wie die Angehörigen anderer Glaubensrichtungen Religionsfreiheit. Natürlich dürfen daher Moscheen mit Minaretten gebaut werden.“

          Die Islam-Kritik der Alternative für Deutschland (AfD) hatte das Thema zuletzt wieder auf die Tagesordnung gebracht.

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