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Rot-Kreuz-Präsidentin : Hasselfeldt: Deutschland unzureichend auf Katastrophen vorbereitet

  • Aktualisiert am

Bei einer Katastrophenschutz-Übung im Naturpark Schönbach bergen zwei Teilnehmer in Tübingen einen „Verletzten“, der durch eine fiktive anhaltende Hitzewelle in Gefahr geraten ist Bild: dpa

Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes Gerda Hasselfeldt schlägt Alarm: Im Notfall sei die rasche Versorgung einer großen Zahl von Menschen in Deutschland nicht ausreichend gewährleistet. Die Hilfsorganisationen wollen deshalb zehn Materiallager errichten.

          Die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, hat sich besorgt gezeigt, dass Deutschland auf die rasche Versorgung einer großen Zahl von Menschen etwa nach Naturkatastrophen oder anderen großen Herausforderungen nicht genügend vorbereitet sei. Das sagte sie in einem Interview mit der F.A.Z.

          Die fünf großen Hilfsorganisationen DRK, Arbeiter Samariter Bund, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Johanniter Unfallhilfe und Malteser Hilfsdienst hätten deswegen ein Konzept entwickelt, um diesem Defizit Abhilfe zu schaffen. Geplant sind zehn über Deutschland verteilte Materiallager, mit deren Hilfe insgesamt 50.000 Personen versorgt werden können.

          Unter anderem sollen Betten, Kleidung und medizinische Materialien in den Lagern dauerhaft vorgehalten werden. Hasselfeldt bezifferte die „anfänglichen“ Gesamtkosten auf 109 Millionen Euro. Die ehemalige CSU-Bundestagsabgeordnete, die zuletzt Vorsitzende der Landesgruppe im Bundestag war, beklagte die unzureichende Vorsorge in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten: „Mitte der neunziger Jahre, als der Kalte Krieg vorüber war und die große Flüchtlingswelle der frühen neunziger Jahre ebenfalls, wurden viele Kapazitäten abgebaut, vor allem die bis dahin vorhandene Bundesvorhaltung.“ Allein das Rote Kreuz habe Kapazitäten für die Versorgung von 30.000 Menschen abgebaut.

          Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes

          Hasselfeldt nannte die Unterbringung vieler Menschen in kürzester Zeit in Folge der Flüchtlingskrise als „jüngste“ Herausforderung. Sie wies aber auch auf eine zunehmende Zahl von Naturkatastrophen hin, Epidemien und die Bedrohung von Infrastruktur durch Cyberattacken. „Ich will keine Schreckensszenarien zeichnen. Aber ich glaube schon, dass es nötig ist, mit einer Hausnummer zu beginnen. Und die lautet im Falle der zivilen Verteidigung: Vorsorge für die provisorische Unterbringung von einem Prozent der Bevölkerung in Deutschland, also von rund 800.000 Menschen.“

          Das vollständige Interview mit Gerda Hasselfeldt lesen Sie ab 20 Uhr bei F.A.Z. Plus.

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